Mittwoch, 2. November 2011

Mit dem Schrecken davongekommen!

Nachdem ich gestern Nacht (Dienstag) nach meiner kleinen OP, mit Hilfe einer Tablette und wie lange nicht mehr, wie ein Baby schlief… war ich heute früh recht früh wach. Mich zog es nur noch raus. Bin noch vor Sonnenaufgang los und kam erst nach 6Km zurück.
Es war kein spektakulärer Sonnenaufgang, eher ein schon fast übergewöhnlich gewöhnlich. Gestern hingegen, einfach herrlich und Nebelschwaden nicht nur bis Mittag sondern auch bis zum abwinken… doch leider hatte ich noch so vieles zu besorgen vor der OP, da konnte ich nicht raus und fotografieren. 

 Aber das war mir heute egal, frische Luft und einen klaren Kopf wollte ich. Doch damit dieser Post nicht ganz nackig bleibt, habe ich ein paar Mitbringsel von meinem Spaziergang heute früh.
 Zuviel Stress in letzter Zeit… doch wenn man meint gerade genug zu haben, bekommt man noch einen obendrauf!
Kurt sorgte für Aufregung am Sonntag und ich konnte endlich den kanadischen Notruf „911“ testen.
Ich werde jetzt nicht bei Adam und Eva, sondern nur grob und von vorn anfangen. Also, Kurt hat in letzter Zeit wieder mehr und mehr Malheur mit seine Knien und Fuß. Am Sonntagmorgen war es mal wieder besser. Er konnte ohne Stock gehen und ist dann wie jedem Sonntag ein paar Stunden weggefahren. Ich hatte noch viel zu tun, unter anderem beschäftigte ich mich mit aufbau, ausräumen und wieder abbauen der Schnecke, sowie diese winterfest zu machen.
Blumentöpfe und Kübel leeren, etc. etc.…
Als kurt so gegen 14.oo Uhr heimkam, sah ich vom Weiten her, dass er kaum laufen konnte und lange brauchte um ins Haus zu kommen. Mein Gedanke dazu war; mit den Knien ist es wieder schlimmer geworden.
Als ich rein bin, saß er stöhnend am Küchentisch und hielt seinen Kopf in den Händen, gestützt auf Ellenbogen. Auf meine Frage; „what’s wrong?“, kam nur ein „nothing“.
Ich bin wieder raus und nach ca. einer halben Stunde wieder rein, er saß immer noch so da. Ich fragte; „can I do anything for you"? seine Antwort; „no“!
Da ich ihn schon ein wenig kenne und weiss, wenn es ihm nicht gut geht, ist Ansprechen nicht erwünscht… es waren immerhin schon zwei Fragen zu viel, ich entschloss mich zu verziehen und bin nach oben.
Nach ungefähr 10 Minuten hörte ich es mächtig rumsen und knallen… ich ahnte Böses und rannte runter.
Da lag nicht nur die Bank, das kleine Schränkchen und alles was da und auf dem Tisch drauf war, am Boden zerstreut… nein, Kurt lag bewusstlos mittendrin! Verzeiht mir bitte, aber mein erster Gedanke war der Schlimmste.
Ich klatsche ihm auf die Wangen und rief ihm immer wieder an, doch er reagierte nicht. Ich suchte das Telefon, das auch irgendwo unterm Tisch lag und wählte die 911. Oh Gott, ich hatte noch nie irgendwann oder irgendwo einen Notfall. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich nie wieder über hysterische Weiber im Film die im Notfall durchdrehen, lästern werde!
Gut, am anderem Ende war auch ordnungsgemäß sofort einer dran und verband mich mit dem Rettungsdienst.
Ich erklärte die Situation, sie versprach einen Krankenwagen zu schicken, doch sie hatte noch jede Menge Fragen… ich glaube, ich konnte nicht einmal sagen wie alt Kurt ist… ich sollte ihn auf die Seitenlage hieven… das konnte ich nicht, Kurt ist viel zu schwer.
Kaum habe ich aufgelegt, ich schaute aus dem Fenster, da drehte ein Traktor mitten auf den Highway um und fuhr direkt auf unserm Grundstück. Ein junger Kerl in Arbeitsklamotten sprang runter und lief dem Haus zu. Ich dachte nur; was will denn der jetzt… ausgerechnet jetzt! Schon kam auch ein Pick-up und ein Bauer sprang raus. Auch in Arbeitsklamotten… Ok, es ist Herbst und hier kann zu dieser Jahreszeit nicht auf Sonntage Rücksicht genommen werden, die Arbeit geht vor… Auch der kam im Eilschritt auf dem Haus zu. Ich bin raus und bekam aber sofort ein paar Fachfragen gestellt, da hat es endlich bei mir klick gemacht. Die Jungs sind von der Feuerwehr!
So ergab es sich, dass Kurt zu sich kam und an der Sauerstoffflasche hing, die Küche voller Männer stand. Inzwischen blinkte auch der große Feuerwehr-Einsatzrettungswagen vor dem Haus und weitere vier oder sechs Fahrzeuge sind hinzugekommen.
Ich muss sagen, und deshalb schreibe ich auch hier darüber, die Kerle, ob mit Traktor oder Rettungswagen, (der eine junge Kerl hatte einen Riss in seiner Hose, man sah sein Bein von Unterhose bis Knie und als wir nach entspannter Lage, ihn darauf ansprachen, wurde er ganz rot.) sie haben alle meine vollste Hochachtung und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wie professionell und liebevoll sie geholfen haben!
Erst dann kam der Krankenwagen, der musste ja auch von der nächsten Stadt kommen. Es waren zwei Notarztfrauen. Kurt ging es dann schon wieder besser. Er wurde sofort an den nötigen Geräten angeschlossen… alles im grünen Bereich! Doch die Doktoras, die Jungs von der Feuerwehr und meiner Wenigkeit, bestanden darauf, dass er ins Krankenhaus zu einem richtigen Check-up mitgeht. Kurt war erst dagegen, aber er hatte keine Chance.
Später als ich ins Krankenhaus bin, war er noch nicht drangekommen, es war sehr viel los, viel Notfälle und ihm ging’s ja wieder total gut. Er wurde immer ungeduldiger bis er letztendlich einfach das Krankenhaus verließ.
Vor dreieinhalb Jahren ist er schon mal am Flughafen umgekippt und erst wieder im Krankenhaus aufgewacht. Er wurde eine Woche lang untersucht und total durchgecheckt, doch ohne Befund.
Trotzdem, das ist schon eine Weile her und eine Diagnose kann sogar ich als Leihe stellen; Sturheit!
Hinterher konnten wir alle ein wenig lachen. Besonders über "die erste Hilfe kam mit dem Traktor"
 Gestern, Dienstag, war meine kleine OP
Ich hatte einen „Schnappfinger“, entstanden durch eine Verdickung der Beugesehne im rechten Ringfinger. Diese wiederrum gleitet durch ein sogenanntes Ringband-A1 am Fingergrundgelenk. Bei einer Verdickung oder Entzündung der Sehnen, behindert es das reibungslose Gleiten. Der Finger bleibt beim beugen so zu sagen hängen.
Operativ wurde bei mir Ringband-A1 durchtrennt.
Um bei der OP optimale Sichtbedingungen zu gewährleisten und damit das Verletzungsrisiko wichtiger Strukturen (Nerven, Blutgefäße, Sehnen) zu mindern, erfolgt die OP in Blutleere. Der zu operierende Arm wurde mir  mit einer Gummibinde ausgewickelt und für den Zeitraum der OP mit einer Druckmanschette abgebunden. Das war ein unangenehmes Gefühl. Vorsichtshalber fragte ich der Ärztin, wie lange könnte denn mein Arm so Blutleer bleiben ohne ein Risiko einzugehen? Sie meinte so 4 bis 6 Stunden. Da war ich nicht nur beruhigt, sie war auch schon fertig.
Eigentlich hatte ich nur Schiss vor der lokalen Betäubungsspritze, das sagte ich der guten Doktorin auch… sie antwortete nur trocken; „ich auch“ und schon piekte sie!
Es war wirklich nur ein kleiner Eingriff mit drei Stichen.
Heute habe ich einen auf „faulen Lenz“ gemacht und den ganzen Tag so richtig genossen, nur meine Erkältung, bzw. Bronchitis, macht noch nicht auf „faulen Lenz“.
Morgen (Donnerstag) habe ich genau das gleiche vor.
Mit einem lieben Gruß möchte ich mich für Eure Treue, besonders in den letzten Wochen, ganz herzlich bedanken. Obwohl ich keine Zeit hatte bei euch reinzuschauen, mailen oder anzurufen, hattet ihr immer Zeit für mich. Danke!

Kommentare:

  1. meine Güte ...ich hab mit angehaltenem Atem deinen Post über Kurt gelesen....alles Liebe Euch !!!

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  2. Ging mir wie Paderkroete...puuh.

    Gott sei Dank ist nicht mehr passiert und Gott sei Dank hast du die OP gut überstanden.

    Wünsche euch Beiden gute Genesung, passt auf euch auf und liebe Grüße

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  3. Hallo Ela----- da hast Du ja genug Aufregung gehabt- aber gottseidank geht es Kurt besser- aber ok ist es nicht wenn man einfach umkippt! ein Durchchecken wäre doch mal angebracht!Richte ihm ganz liebe Grüße aus- und Dir auch gute Besserung für die Hand.
    Langeweile gibt es bei Euch jedenfalls nicht
    Danke auch für die wunderschönen Fotos!Ganz liebe Grüße- passt auf euch auf
    Elma

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  4. Liebe Ela
    puhhh was für eine Aufregung das war und es hatte doch noch ein gutes Ende bekommen!Toll wie sie alle ghegolfen haben *super*
    Schön deine Fotos aus deiner Gegend, wunderbare Natur..
    Ich wünsche euch beiden gute Besserung und eine schöne Woche mit weniger Aufregung*zwinker*

    Lieben Gruss Elke

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  5. Sehr schön, wenn sich der ganze Stress, die Sorgen und Ängste jetzt ein wenig "in Luft auflösen".
    Weihnachten kann kommen! :-)
    Lieben Gruß aus dem viel zu warmen Norden.

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  6. liebe ela,
    auch ich bin froh, dass alles gut ausgegangen ist! .... und dass deine op ok ist und du bald wieder den finger gut bewegen kannst. aber dass die der schreck im nacken sass, kann man aus deinem bericht rauslesen. mir ginge es auch so!
    deine herbstbilder sind wieder mal SO wunderschön.herrlich, herrlich.... ich möchte auch dort hin!!!
    ganz liebe grüsse eine canada-süchtige
    margit

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  7. Hui, immer Action...uff...
    Gut, dass alles so glimpflich abgelaufen ist!

    LG KaTe

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  8. Puhhhh....was für eine Aufregung!!!! Mein Herz hat richtig gepumpert beim lesen. Gut zu hören das alles gut ausgegangen ist!!

    Liebe Grüße uznd einen schönen Tag wünscht dir Eva!

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  9. Ich glaube, die Männer sind alle so stur, jedenfalls meiner hätte genauso wie dein Mann gehandelt. Zum Glück geht es ihm nun besser, aber ein Check-up wäre angebracht.

    Hauptsache, du hast die OP gut überstanden! Deine Fotos sind mal wieder klasse!

    LG Regina

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  10. Liebe Ela,
    Gott sei Dank ist alles wieder gut.
    Ich habe schon drei Schnappfinger-Daumen OPs.Nur ich bin so ein Angsthase dass ich alle Ops mit kleiner Schlafnarkose bekommen habe.
    Und der letzte Tumor hat sich dann auf der operierten Sehne vom Schnappfinger gelegt.Was man aber auch alles im Alter bekommt.
    Und mit dem Knie hatte ich auch gerade Probleme,weil ich hatte mal ein Loch in der Kniescheibe.Ein Andenken vom Sturz auf Gran Canarias schlechten Straßen.Aber da gabs jetzt bloß eine Spritze und Drei Tage Verband.Und nu ist alles wieder OK.
    Ich wünsch Dir /Euch gute Besserung und viel Spaß heute beim Faulenzen.
    LG Christa

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  11. Na das war ja ein schöner Schreck für dich und deinen Mann. Aber hauptsache es geht ihm jetzt wieder besser. Er hätte sich nac dem langen spaziergang doch besser hinlegen sollen. Ich wünsch ihm gute Besserung. Auch dir wünsch ich nach der OP alles Gute.

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  12. Liebe Ela,
    ich bin erst jetzt dazu gekommen, alles seit deinem Mühlenpost nachzulesen. Du meine Güte! Da ist ja ordentlich was los bei euch. Ich hoffe, deinem Finger geht es mittlerweile besser und Kurt erholt sich auch. Hat sich deine Tochter über den (das?) Quilt gefreut? Hast du es noch geschafft?

    Ich finde es toll, dass die Feuerwehrmänner gleich alles stehen und liegen lassen und euch zu hilfe eilen. Sicherlich sind die Entfernungen in Kanada größer die so ein Krankenwagen zurücklegen muss. Da ist es gut zu wissen, dass trotzdem gleich geschultes Personal anrückt, oder?

    Wenn du magst (oder eher Zeit findest), dann freu ich mich auf deinen Anruf :-)

    Ganz liebe Grüße
    Mia

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  13. Oweia, das war genug Aufregung fuer eine ganze Weile! Bin ja froh, dass alles gut verlaufen ist, sowohl mit Kurt, als auc h Deine OP.
    Dicken Knuddler,
    Sue

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  14. so richtig entspannt und ruhig gehts ja bei euch nie zu liebe Ela, aber wie man liest, alles wieder im grünen Bereich, für dich und deinen Mann weiterhin gute Besserung und ich weiß, bald gehts bei dir wieder rund...lG Geli

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  15. ist ja gut was los bei euch. Da hätte ich auch totale Panik bekommen, wenn einer einfach so umkippt! Gut, dass es gut ausgegangen ist!!!

    Tolle Naturaufnahmen!
    Grüße aus Hamburg
    Tina

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  16. Was für ein Schreck! Aber alles richtig gemacht, egal wie hysterisch.

    Deinem Finger alles Gute.

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  17. Liebe Ela, irgendwie geht es bei dir immer ein wenig anders zu als normal. Aber das ist ja gerade ein großer Teil deines Charms - nichts ist "normal" an dir. Du empfindest das sicher gar nicht so, aber aus der Ferne ist das so wahrzunehmen. Gut, dass du so bist wie du bist.
    lg
    Bärbel

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  18. Hallo Ela, ich wünsche dir und Kurt Gute Besserung;)

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  19. Liebe Ela,
    oh, da hast Du bestimmt einen großen Schrecken bekommen. Schön, daß es Deinem Mann jetzt wieder besser geht.
    Und für Deinen Schnappfinger auch gute Besserung.
    Ich hatte mal einen Schnappdaumen. Zuerst an der linken Hand, einige Jahre später dann an der rechten Hand.
    Heute klappt wieder alles bestens.
    Ich wünsche Dir, daß es Dir genauso ergeht.
    Gute Besserung für Euch Beide.
    Liebe Grüße Ingeburg

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  20. Liebe Ela
    Da hattest Du wirklich eine Aufregung! Euch beiden wünsche ich von ganzem Herzen gute Besserung.
    Vielen Dank auch für Deinen lieben Kommentar auf meinem Blog.
    Ein wunderschönes Wochenende wünscht Dir Yvonne

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  21. Liebe Ela, du Süße,
    ich habe auch nicht so viel Zeit momentan. Mach dir keinen Kopp. Das sind ja Schreckensnachrichten in der Abendstunde. Wie können Männer bloß so stur sein?. Bin momentan auch etwas angeschlagen. Hab seit gestern ne dicke Erkältung. Schone deinen Finger und deinen Kurt. Und ganz liebe Grüße von mir♥
    Sabine

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  22. Jesses, ihr könnt einem aber auch einen Schrecken einjagen. Alles weitere dann demnächst. Der Marmeladenfachmann und ich freuen sich schon.... und ruhig abends spät, macht nix. Nur heut sind wir von Undeloh nach Wilsede, dann zum Totengrund und wieder zurück... Maaan, bin ich kaputt. GGLG an euch beide von Ine

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  23. Kann schon nicht mal mehr meinen Namen schreiben, grins...

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  24. liebe Ela, deine erlebnisse klingen fürchterlich ... hoffentlich ist alles wieder ok ... ihr solltet alle beide nicht so viel arbeiten ... geniesst doch ein bissi die schönen herbsttage, der winter ist doch eh so kalt und lang bei euch ... alles Liebe wünscht euch kri

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