Freitag, 16. Juni 2017

P-G in ACTION!

Oder; auch Frauen markieren ihr Revier!
Nicht was ihr jetzt denkt, aber das werdet ihr beim lesen schon merken.
Ja meine Lieben, es sind so gut wie drei Wochen vergangen seit ich was gepostet habe, und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte seit her auch nicht den PC hochgeladen. Hört sich zwar faul an, aber ich war alles außer das. Ich hatte so sehr viel zu tun und zeig euch auch ein paar Beispiele.
Doch ganz zuerst; mir geht es gut und hoffe das Gleiche von euch! Außerdem bin ich total aufgeregt und freue mich riesig, denn schon nächste Woche Samstag bekomme ich Besuch aus Deutschland.
Teresa und Porfi die auch aus Paraguay stammen und zu meine allerbesten Freundinnen gehören, wollen nun endlich auch mal Kanada von innen sehen. Da ist es doch nur selbstverständlich, dass ich meinen "Rancho" ein wenig herrichten muss!
Außerdem, ist so viel liegengeblieben und auch durch meine zwei größeren Reisen erst kürzlich.
Sicher wisst wir wie das so ist; will man/frau was machen, muss man/frau erst das und das machen sonst macht es keinen Sinn.
So war z.B. mit dem Winter auch mein alter Gazebo (Pavillon) vom Deck gegangen. Ohne ist es im Sommer und Mücken nicht auszuhalten. Also hatte ich mich erst in Kiji.. nach gebrauchte um- und angeschaut. Doch immer mit dem Ergebnis; zu klein, zu groß, zu alt, zu blöd... so habe ich mir online den für meine Bedürfnissen und Geldbeutel am besten geeigneten gekauft. Doch vorher war eine Entmoosung mit den Hochdruckreiniger bitter nötig. Dafür wiederum bekam ich den Wasserschlauchanschluss nicht ab... Mein Nachbar, alt aber alleinstehend, ungepflegt aber rüstig, fast taub aber kontaktfreudig, holt seine Post vom Briefkasten in Bademantel und Gummistiefel, (wisst ihr was ich meine?), hat mir schon mehrmals seine Hilfe angeboten, doch den wollte ich nicht darum bitten... ach egal. Also Wasserschlauch von der Wand ab, ins Auto und 30Km zu Freunde gefahren. Das ist was ich meine; Alles was man/frau macht, zieht einen Rattenschwanz mit sich nach!
Als ich dann endlich soweit war, habe ich den Hochdruckreiniger erst mal Nadelstrahl gestellt und Motivationsspruch, im wahrsten sinne des Wortes, eingeritzt. (Die Spuren sind leider geblieben.)
Könnt ihr lesen?
Brett für Brett und die gefährlich alte Rutschsoße verschwand nach ein paar Stunden Arbeit...
...und weil's so schön war, musste auch gleich das ganze Haus (Rancho) abgespritzt werden. Hier unten, die Wetterseite an der Garagenwand.
Herrlich sauber das Deck und ich konnte endlich den Gazebo aufbauen. Als ich die dazugehörende Anweisung des Herstellers las, bekam ich schon beim ersten Satz den ersten Schweißausbruch!
Da stand; für den Aufbau des Gazebos sind vier Mann notwendig!
Ach du Schande, ich hab ja nicht einmal einen, wo soll ich da vier herkriegen!!! Und glaubt mir; die sieben Zwerge, das war wirklich nur ein Märchen, die gibt es auch nicht hier im Wald!
Mein Nachbar? nein, nein und nein...
...aber er wusste von meinem Vorhaben und bat mir ausdrücklich seine Hilfe an... das Grün des Waldes hatte auch noch nicht seine vollste Fülle erreicht, so war ich für ihn noch nicht ganz unsichtbar.
Jetzt oder nie dachte ich, band erst die eine Ecke am Deck und zog...  dann die andere Ecke am Deck und zog in der Gegenrichtung... Stunden später...
...und nass geschwitzt, stand das Teil und im gleichen Augenblick bog das Auto des Nachbarn in seiner Einfahrt. GESCHAFFT!!! Er hielt kurz an und hielt seine Daumen hoch. Ich antwortete auf gleicher weise und in Gedanken klopfte ich mir selbst auf der Schulter und wisperte;
"Good Görl Ella, dein Revier ist markiert!"
Inzwischen sind die Mücken-Netz-Gardinen drum herum auch angebracht. Gestern las ich den Bericht, dass wir in diesem Jahr hier nicht nur 150 Jahre Kanada feiern, sondern auch das Jahr der Mücken!!!
Ja, ein milder Winter, sehr warm in Februar und dann das Dreifache als Durchschnitt an Regenfälle im Mai... (das wurde sogar den Regenwürmer zu viel und flüchteten bis im Hausflur... ehrlich jetzt!) beste Voraussetzung zur explosionsstarke Vermehrung  unsere "kanadische Luftwaffe"!
Die hohe Luftfeuchtigkeit kommt noch hinzu. Wie genau das ist, erkläre ich euch erst auf (mein) Schwäbisch;
"Heidenei, heut isch wieder dämpfig!"
und auf kanadisch;
"Ganztägiger Sonnenschein, 30 Grad, ich hänge morgens meine Wäsche auf der Leine, Abends hole ich sie rein, Wäsche noch feucht und Füße nass vom Gras!"
Welcome to Canada!
Neulich draußen; der Rasen musste gemäht werden. Eigentlich ist kein Rasen... 93,5% besteht aus einer Unkrautvariation und 6,5% Wildgras... also sollte ich es auch nicht "Rasen" nennen... aber, "das Unkraut mähen" hört sich auch doof an... ach, einigen wir uns auf "Grünfläche ums Haus".
Na gut, ich holte erst den kleinen Benzin-Motor-Rasenmäher aus den Schuppen, der nach einigen Versuchen dann doch ansprang und ich mähte Kanten und Ecken. Dann setzte ich mich auf den Großen und nichts ging... nada! Batterie zeigte keine Reaktion und wie man/frau beim Aufsitzer eine Batterie Wiederbelebt, ist mir fremd.
Also wohl oder übel die gesamte Fläche mit dem Kleinen ablaufen. Das tat ich auch und als nur noch eine ca. 4mtr2 Grünfläche stand war das Benzin alle... Sch.... aber auch! So geht das nicht weiter; ich brauch jetzt wirklich einen Mann oder eine neue Batterie! Am nächsten Tag viel mir auf das der besagte Nachbar seine große Grünfläche zum ersten mal mit einen kleinen Benzinmäher schneidet. Ich sprach ihn darauf an, was mit seinem großen ist. er sagte sein großer hätte eindeutig seinen Geist für immer aufgegeben. Daraufhin fragte ich ihn, ob er ein Batterieladegerät hätte. Ja, war seine Antwort.
Ich erzählte ihn von meinen Rasenmäher und dessen Lustlosigkeit anzuspringen und schlug vor, wenn er die Batterie lädt, ihn dann auch benutzen kann. (Er mäht ja auch immer meine Straßenseite mit). Da er ja ein pensionierter Mechaniker ist, sind wir beide geholfen und das Teil steht im unabgeschlossenen Schuppen. Er hält ihm im stand und könne ihn also zu Jederzeit benutzen, ausgeschlossen wenn ich draufsitze. Er antwortete sofort, das es eine gute Vereinbarung sei, aber wenn ich draufsitze, sich ganz bestimmt nicht mit einer Frau anlege, die alleine einen riesen Gazebo aufbauen kann! Und nun hatte ich auch die Bestätigung, dass auch er die Grenzen meines Reviers geschnuppert hat!
Für drinnen waren auch einige Projekte angesagt. Zwei Zimmer ausrümpeln. Möbel von einem zum anderem Raum. Streichen, flicken, hämmern und schrauben. Vieles verkauft, oder einfach noch zum "Good Will" gebracht oder abholen lassen.
Kurt sein Bett mit angebauten Nachtschränken passte nicht im 2. Schlafzimmer. Also habe ich es verscheuert und für die große Matratze ein Bett gezimmert. Ein kleineres Bett gebaut fürs zweite Zimmer und wenn Besuch kommt...
...dann hatte ich schon lange den Traum von einen ganz gewissem Tisch und Stühle in unterschiedlichen Farben. Einen Tisch fand beim Second Chance Laden. Vier Alte Kiefer Stühle bekam ich durch Kiji.. doch erst mussten diese Teile abgeschliffen werden... boh eh, das war Arbeit, zumal ich es ja richtig haben wollte. 
Tischbeine wurden offensichtlich von Mensch und Tier misshandelt, doch ich erkannte trotzdem sein Potential und machte mich an die Arbeit.
Auch mein alter, von Freunden geerbter Lieblingsstuhl sollte dazugehören.
Nach viel harter Arbeit und passende Sitzkissenanfertigung mit Stoff den ich noch aus Paraguay hatte, sieht das Ergebnis so aus
Ein altes Bettgestell für meine Matratze und Untermatratze habe ich neulich auch gefunden. Doch auch das musste erst bearbeitet werden, denn, wer will schon ein Raben schwarzes Bettkopfteil?

Unkraut und Ameisen wucherten an und unter meinen Eingang. Da nahm ich alle Platten raus, ein paar rote lagen noch im Schuppen und jetzt...
...sieht es schon ein wenig einladender aus, oder?
Die Liste an Arbeit (auch auswerts Arbeit) der vergangenen Wochen ist ewig lang, aber ich bin so froh, dass ich all das hinter mir habe und jetzt den Sommer so richtig genießen kann.
Ganz liebe Grüße!

Mittwoch, 24. Mai 2017

Die heilige Blume aus Deutschland

Für den einen nichts Besonderes, für den Anderen
ein Stück Heimat im fernen Land... das war die Schlüsselblume für Kurt.
Warum ich darüber schreibe?
Weil genau diese Pflanze ihre ganz eigene Geschichte hat. Immer wenn ich sie sehe, denke ich an die Zeit zurück,
als sie mir noch "Angstschweißperlen" auf meiner
Stirn jagte.
Als ich vor acht Jahre nach Kanada kam, viel mir sehr schnell auf, dass Kurt ein Natur und Gartenliebhaber war.
Er liebte sein Gemüse, seine Blumen und seine
(wie er sie nannte) "Natur-Inseln".
Unter anderem war an einer Hauswand ein großzügiges Blumenbeet angelegt... sehr schön, doch es schrie
förmlich nach eine Erneuerung. Doch nix da... er kannte
und somit traute er meinen "grünen Daumen" nicht. Und außerdem, stand in dem Beet auch die winzig kleine
und mickrige "Schlüsselblume" die er mal aus
der Heimat mitgebracht hatte.
Doch die heilige Blume wollte nie so richtig. Sie kümmerte so vor sich hin und einmal im Jahr bekam sie zwei, maximal drei Blüten an einem einzigen Stengel. Trotzdem war es immer der Highlight des Frühlings!
Wenn ich mal ein wenig Unkraut zupfte, hieß es gleich; "Vorsicht... die Schlüsselblume!"
Ganz ehrlich jetzt; ich hatte Angst vor einer Pflanze!
In meinen Kopf spielten sich Szenen ab, in dem die Pflanze allein durch meine Nähe total eingehen könnte.
So blieb sie ein Verreckerle!
Doch vor zwei Jahre, als wir das Haus verkauften, musste wohl oder über die "heilige Pflanze" auch umziehen.
Gaaaanz vorsichtig und gut zuredend nahm ich sie raus,
teilte die Wurzeln und pflanzte drei kleine Teile
hier im Garten.
Das zureden und beten half; sie wuchsen sehr toll ran und schon im folgenden Frühling blühten die Pflanzen wochenlang aus voller Kraft und protzten vor Schönheit.
Die Bilder oben zeigen's.
So hatte Kurt noch vor seinem Tod, wahre Freude
 an der Blume aus der Heimat!
Inzwischen ist sie aus aller Nähte (Beete) geplatzt,
und kurz bevor ich Anfang April verreiste, habe ich sie nochmals ganz grob verteilt. Als ich nachhause kam
und in meiner Einfahrt fuhr, war es die blühende Schlüsselblume die mich als erstes begrüßte!
Meine neue Heimat!
Liebe Grüße ☺

Dienstag, 16. Mai 2017

Bulgarien, Nessebar

Ein weiteres Ziel von der Sonntagstour, war dieser kleine,
3200 Jahre alte Ort in der Nähe von Burgas.
Der Alte Teil ist so zu sagen eine kleine Insel im Schwarzen Meer, durch eine 350Mtr lange Landenge zum Festland verbunden.
 Hier unten auf dem 2. Foto des Amphitheaters gut zu erkennen.
 Bemerkenswert sind hier die vielen Kirchen. Nicht mehr alle stehen und auch nicht alle funktionieren als solche. Von den einmal 53 Stück, sind es heute nur noch 10. Trotzdem sehr beachtlich für einen 25Hektar kleinen Ort.
 Ich war von der Schönheit dieses Städtchen fasziniert und kann euch auch nur eine gewisse Zahl an Bildern zeigen. Man muss es erlebt haben, die Atmosphäre ist bezaubernd!
 Nessebar ist auch von der UNESCO als Kulturerbe erklärt worden.
 Wer sich hier so ein kleines altes "schäbiges" Haus kaufen möchte, muss schon Millionär sein.
Krass finde ich ja, dass hier noch sehr viele alte Rentner leben. Sie müssen recht oder schlecht mit einer Rente von 150 - 200 Euro auskommen, doch würden sie ihr Zuhause verkaufen, hätten sie allemal ordentlich ausgesorgt. Doch wer will schon weg im Alter?
Ich nehme an, die Erben werden sich irgendwann richtig freuen!
 Nessebars Geschichte ist wohl die bewegteste in ganz Bulgarien.
Eigentlich wollte ich mehr darüber schreiben... aber dann werde ich nie fertig! Sie ist länger als mein Arm und fängt mit den Thraker als erste Siedler an. Es lohnt sich aber wirklich es zu Googeln.
 

 
 Und wieder wird getanzt und musiziert! Diesmal sind es Kinder und gefeiert wird der Tag der Blume. So feierten am 9. April alle die einen "Blumennamen" haben ihren Namenstag.
 Von hier aus kommt man über die Landenge auf das Nessebar Festland.
 Gegenüber und vor den kleinen Bergen ist der berühmte Sonnenstrand mit einer Kapazität für 1 Mio Feriengäste.
Überwiegend kommen sie aus Skandinavien und Großbritannien.
Hier kursiert der Ruf, dass "Sex On The Beach" nicht nur der Name eines Cocktails ist.
Unten am Hafen
Ich verabschiede mich wieder, doch nicht ohne liebe Grüße raus zu senden! Macht's gut und genießt den Frühling!
PS. ich schulde den 53 Kirchen auf engsten Raum noch eine Erklärung. Ihr fragt euch sicher, ob die damaligen Einwohner so gläubig waren? Sicher! Aber vielleicht in einer abweichende Richtung; Nessebar (Früher hieß es auch anders), war am Schwarzen Meer der Handelsplatz überhaupt. Dort wurde so richtig gedielt! Die die dort lebten waren wer und es schickte sich eben, dass jeder auch seine eigene Kirche besaß. Je reicher desto größer und imposanter seine Kirche!