Mittwoch, 26. Januar 2011

Brücken in Py.

Neulich in der alten Heimat musste ich zum nächsten Dorf "Melgarejo". Für den nähren und alten Weg habe ich mich entschieden... hoppla, hier war doch eine Brücke...
...ach, hier links runter scheint es ein Weg zu geben...
...na also, wird das Auto auch gleich von unten gewaschen!
Hat eh lange nicht geregnet und somit kein Hochwasser.
Die arme alte Brücke über den Taquara (Bambus) Fluss...
...und einmal links aus dem Auto fotografieren. Wer braucht 'ne Brücke? Geht doch!
Unterwegs mit einer Freundin in der gegengestzte Richtung zu den Kolonien neben Independencia. Das letzte mal als ich in Paso Yobai und Sudetia (oder war es Carlos Pfannel?) war, sind mindestens 50 Jahre her. Es war zur einer Silvesterfeier und wir wilden Jungen hatten sowas von Spaß beim krachende Suchböller heimlich unter den Tischen los zu lassen. Die ältere Generation war überhaupt nich amused über unsere Jugendstreiche, wärend wir uns fast in den Hosen machten vor lachen.
Aber zurück zum Thema. Hier wurde schon ein großer Teil an Kopfsteinpflasterstraßen neu gemacht. Auch diese Brücke soll demnächst ersetzt werden.
Lustig finde ich das Schild; "Achtung, Brücke nur für leichte Fahrzeuge offen." Ja, und wo sollen mittlerweile die schweren Fahrzeuge durch?
Sieht doch noch ganz gut aus, oder?
Ha... hier rechts sieht man schon den Anfag der neuen Brücke.
Links... das was man hier leider überall sieht; dreckige Brühe!
Ist das schon das Resultat vom Goldfieber? Ja, im Ernst, könnt Ihr sogar in Wikipedia nachlesen, unter "Gold in Paso Yobai". Angeblich soll es die größte Goldader der Welt sein. So was in Paraguay, da muss man sich immer fragen; Segen oder Fluch? Ich bin zwar kein Pessimist, nur ein Optimist mit Erfahrung und tippe mal ohne groß zu überlegen auf Fluch!
Es hat gerade erst mal angefangen und schon leidet gewaltig die Natur. Die Landeigentümer von Alibabas Schatz bekamen wo anders ein Ersatzrundstück auf gängiger Grundstückswertbasis als Tausch. Keine Wahl! Irgend ein großes (ausländisches) Unternehmen zusammen mit der parag. Regierung baggert und baggert. Das Gebaggerte wird per LKW's zu den Flüssen gefahren wo Einheimische (die ganz bestimmt nicht am Wunderlämpchen gerieben haben) das Gold aus dem Dreck waschen... die Flüsse sind mit Merkur und Quecksilber (schon) versaut. Tiere sterben und den Menschen bleibt nichts anderes übrig als zu zu gucken. Eine neu zugewanderte Schweizerin hat sich sehr für die Umwelt eingesetzt, doch sie bekam keine Unterstützung. Niemand war bereit dafür seine Unterschrift zu geben. Doch das Traurige ist, ich kann die Menschen dort nur zu gut verstehen, denn die Unterschrift könnte sehr schnell ihr Todesurteil sein. Selbstverständlich ganz zufällig und niemals nachweisbar.
Mann könnte allerdings noch das Possitive sehen... Gold für ein armes Land wie Paraguay, könnte doch der absolute Sanierdurchbruch bedeuten, doch auch hier kann man Gift drauf nehmen, dass wieder nur die ganz Reichen davon profitieren und die Armen noch ärmer dran sind.
Wenn aber schonmal die Brücken eine kleine Kur bekommen...
...und wieder ein Exemplar! Immer wieder werden die Holzplanken nach und nach gestohlen.
Da muss man beim fahren immer schön aufpassen.
Das erinnert mich an meiner Kinderzeit. Mit dem großen Bruder bin ich fischen gegangen. Korrektur; Fische von der Brücke aus schießen. Nochmal Korrektur; Norbert Fische schießen, ich musste runterrennen und Fische einsammeln. Wenn ich nicht schnell genug flitzte, gabs ein Rüffel. Manchmal hatte ich Angst, er schießt mir hinterher. Aber lustig wars trotzdem, na ja... zumindest empfand ich es immer als ein spannendes Abenteuer.
Damals war das Wasser der Flüsse auch noch Kristallklar, heute würde ich aus diesen Flüssen kein Fisch mehr essen.
Wieder ein schönes Teil... alles am selben Tag!
Auch das ist eine Brücke, nicht unbedingt gefährlich, aber ärgerlich wenn man sie nicht trifft!
Das war jetzt wieder ein Eintrag zur Kategorie "Informatives über Paraguay" oder, aus dem ganz gewöhnlichen Alltag dort!
Ganz liebe Grüße!

Kommentare:

  1. Boh Ela- ich glaube ich wäre zurück gelaufen! Oder vor Angst beim Überqueren der Brücke gestorben!

    Man ist in unseren Ländern doch sehr verwöhnt von allem- man kann kaum glauben, daß es in anderen Ländern noch solche Brücken (und Straßen) gibt
    Danke für Deinen Bericht-----
    LG
    Elma

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  2. hallochen liebe Ela, also ich würde über solche Brücken nicht fahren, das sieht ja schlimm und sehr gefährlich aus...du hast da Mut und vielleicht Erfahrung...naja, ansehen ja, drüberfahren--nein...lass dich grüßen von der Geli

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  3. Ich denke mal, keine dieser Brücken würde ich selbst zu Fuß versuchen zu überqueren, der Zustand ist ja mehr als übel. Gut, wer es gewohnt ist, für den dürfte es kein Problem sein, doch im allgemeinen sind wir ja von Natur aus ein bisschen ängstlich, anders gesagt, wir Menschen in den Industrieländern sind einfach zu verwöhnt, viel zu sehr...

    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

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  4. Ach du meine Güte, bist du verrückt ???? Niemals in meinem Leben hätte mich jemand auf diese Brücken , dazu noch mit einen Auto, bekommen. Na gut, bin ich eben ein Warmduscher, laach... Herrliche Bilder sinds aber trotzdem. LG Inge

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  5. Liebe Ela,
    wieder habe ich mit großem Interesse Deinen wunderbaren Bericht gelesen. Aber, boah, bist Du mutig. Ich glaube, ich hätte ganz großen "Schiss" gehabt über so eine Brücke zu gehen, ganz zu schweigen mit dem Auto zu fahren. Auch wäre ich nicht durch den Fluß gefahren. Oh jeminee, da hätte ja in der Mitte ein tiefes Loch sein können. Ne, ne, das hätte ich bestimmt nicht gemacht.
    Aber bist Du nicht traurig, wie sich Deine Heimat doch zum negativen verändert hat?
    Aber erlaube mir die Frage, warum bist Du aus Deiner Heimat weggegangen?
    Liebe Grüße Ingeburg

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  6. ...für mich gehört eine große Portion Mut dazu, über diese Brücken zu fahren, liebe Ela.
    Vom Fische schießen habe ich auch noch nie gehört, es ist spannend und interessant, vom Leben in anderen Ländern zu hören.
    Danke für deinen Berichte.
    Liebe Grüße von Birgitt

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  7. Wahnsin, dass noch jemand über diese Brücken fährt.
    LG Sabine

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  8. Nicht überall in der Welt geht es immer so "kultiviert" zu, wenn es zu Brücken kommt. Da muss man ab und zu mit dem Fahrzeug durch einen kleinen Fluss oder Bach fahren, vor allem, wenn garkeine Brücke vorhanden ist. Das gibt es in unserer Gegend auch. Gut wenn dabei alle vier Raeder einen Antrieb haben.

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  9. Liebe Ela
    Ich habe mich gefreut von dir zu hören, ich habe dich schon vermisst, aber ich bin ja auch nicht täglich beim PC, muss immer wieder meine Augen zwischendurch schonen.Der Vogelpost ist dir wunderschön gelungen , so interessante Vögel, ich passe immer wie ein Geier auf dass ich bei unseren Vogelhaus eimal ein besonders schönes Exemplar erspähe, aber ich habe einfach kein Glück , die verstecken sich vor mir.
    Zu der Brücke, dass sieht sehr gruselig aus.Da braucht man schon Mut dazu diese zu überqueren.
    Liebe Grüße Jutta

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  10. Puh ... liebe Ela, du lebst gefährlich ... auch wenn es schöne bilder sind ... das sind die dinge aus fremden ländern, die ich lieber im TV anschaue, anstatt sie selbst zu (üb)erleben ... lg kri

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  11. Oh Ela, bei diesen Bildern kommt mir ein Urlaub in Kärnten in den Sinn, unser Feriendomizil lag oben im Berg. Es gab nur einen Weg dahin über eine Holzbrücke bei der die Bohlen sehr weit auseinander lagen, im Vergleich zu den Brücken auf Deinen Bildern, war das eine superssichere Brücke. Ich war jedesmal ein tiefes Ausatmen wenn wir wieder sichere Schotterstraße unter den Rändern hatten.
    Es ist toll Deine Schnappschüsse zu sehen, Du bringst uns die Natur ins Haus, aus Erdteilen in die ich nie hinkommen werde. Weiter so und danke.
    einen LG Marga

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