Montag, 1. Oktober 2012

Algonquin und seine Vergangenheit

Der „Booth Trail“ geht nicht nur durch einen stillen Wald und an Seen entlang, er geht auch ein wenig in die Geschichte von Algonquin.
In meinen letzten Post erwähnte ich schon, dass es hier nicht immer so still und erholsam war, wie es jetzt ist.
An den unteren Teil des Trichterförmigen Parks geht über 58 Km ein einziger Korridor, der Highway 60. Entlang dieses Korridors befinden sich die insgesamt neun Campingplätze des Parks.
Drei Resorts, Lodges (Teure und exklusive Unterkunft Möglichkeiten und Restaurants.)
Fünfzehn Wanderwege und so wie jeder andere Provincial Park, gibt es auch hier ein „Visitor Centre“. Hier findet man alle möglichen Informationen über den Park, kleine Veranstaltungen und Souvenirs.
Da es am zweiten Tag regnete, nahmen wir die Gelegenheit war, uns im Visitor Centre umzuschauen. Dort fand ich Quelle für Geschichten und Fotos.
Auf zum „old Railroad Booth Trail“.
Nach ein paar Kilometer Wanderweg, klettern über unzähligen herausstehenden Wurzeln und Felsen steht man stehe ich hier oben, genieße die Ruhe und die absolute Einsamkeit.
Ich schaue nach rechts, hinter der Bucht des Rock Lake befindet sich unser Campingplatz.

Ich schaue nach links, immer noch Lake Rock.

 Ich schaue vor mir in die Tiefe und bin stolz hier oben stehen zu dürfen.
Vielleicht liegt es an der Höhe, vielleicht liegt es an der Natur… oder, Beides… hier fühle ich mich in der Nähe des Schöpfers!
Mag sein dass Gott seine Mahlzeiten in Frankreich einnimmt, aber ich bin davon überzeugt, seine Siesta verbringt er hier!
 Wie soll man sich vorstellen können, dass es nicht immer so war? Und, ist die Umwelt inzwischen so sauber und gesund wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie sie duftet?
Kaum vorzustellen, dass all das was ich hier sehe, noch vor nicht zu langer Zeit mal kahl und trist war.
Abholzung und Waldbrände, haben sehr viel vernichtet.
Einst fanden die Jäger und Fallensteller eine satte Einkommensquelle hier im Algonquin. 
 Ich laufe hier durch den Wald und kann mir nicht vorstellen, dass hier mal Highlife war. Genau hier befanden sich ein Garten und ein Obstgarten. Insgesamt sind noch 270 unterschiedliche Alien-Pflanzen die aus eine anderen Welt hergebracht wurden. Weiter drüben war eine große Farm, hier grasten Rinder, Land wurde bestellt und sogar ein Tennisplatz ist zwar verwachsen, aber noch erkennbar.
 Mitten im Wald Spuren eines Fundaments, die Residenz des Richters Barclay die noch bis zum Jahre 1953 bewohnt war.
Richter Barclay war ein Verwandter von J.R. Booth, zu seiner Zeit, Kanadas mächtigster Holz (Lumber) Baron. 
 Barclay’s ehemalige Bootsanlegestelle vor seiner Villa.
 Dieser Trail hier, geht auch ein Stück entlang der alten Eisenbahn Linie.
Hin und wieder entdeckt man Spuren dieser Linie, alte Balken die einst die Schienen trugen.



 Was, hier eine Eisenbahnlinie? Nein, nicht irgendeine, ich stehe genau da, wo einst die verkehrsreichste Bahn Canadas durchsauste. 1890 wurde durch Antrieb unter Aufsicht des Lumber Barons J. R. Booth die Linie von Ottawa bis zur Georgian Bay gebaut.
Alleine die Vorstellung was es an Arbeitsschweiß kostete, Felsen mit Dynamit zu zermahlen um diese Linie zu konstruieren… enorm!
Vorzustellen wie viele Lokomotiven hier im Einsatz waren um von einen regen Bahnverkehr im 20Minutentakt Holz zum Westen brachte und von dort Getreide zurückbrachte, ist kaum möglich.
J.R. Booth beschäftigte allein für seine Sägewerke 4000 Mann, weitere 2000 als Holzfäller und natürlich unzählige Angestellte die als kleine Rädchen mitverantwortlich für das sich Drehen der großen Räder waren. 

Der Höhepunkt dieser Zeit war während des ersten Weltkrieges.
 J.R. Booth (Foto unten) sein Holzimperium wurde zu seiner Zeit als weltweit das größte Ein Mann Unternehmen bezeichnet. 
 Das alles hier? Kaum nachvollziehbar.
Doch schaut man richtig hin,  stehen auch nicht mehr solche mächtige Bäume wie damals (Bild unten, Mitte).
Heute ist es eher ein Junger Wald.
 Das soziale Leben hier oben, lies in keinster Weise was missen. Hotels, nobel Restaurants und Freizeitbeschäftigungen, alles da!

Heute, ein Freizeitpark nur zur Erholung und um sich zu erholen!
……………….
Demnächst, „Auf die Spuren des alten Sägewerks“
Herzliche Grüße!

Kommentare:

  1. Liebe Ela,

    wird Zeit, das ich endlich mal wieder etwas schreibe.Diesbezüglich hab ich schon ein ziemlich schlechtes Gewissen.
    Dabei sind deine Fotos und Berichte immer so schön und oftmals unglaublich Lehrreich.
    So auch diese Post wieder.
    Kaum vorstellbar, was in der damaligen Zeit ( eigentlich noch nicht allzu lange er ) so alles passierte und " normal " war.
    Heutzutage kaum vorstellbar.
    Die Eindrücke und die Aussichten sind grandios und ich kann mir sehr gut vorstellen das du dich an diesen Orten mehr als wohl und heimisch fühlst.
    Gerade auch in der Herbstzeit ist es bei dir doch Atemberaubend schön.

    Hinterlass dir liebe liebe Grüße,
    Moni

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  2. Sehr interessant liebe Ela...wie gut dass es heute nur noch Natur pur ist!!!!

    Grüssle

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  3. Hallo liebe Ela,


    ich liebe deine Berichte, dafür brauche ich aber auch immer ein bisschen mehr Zeit als mal so eben geschwind und deshalb antworte ich auch nicht immer gleich...Heute finde ich deinen Bericht noch spannender weil du zeigst wie es einmal war, wenn ich so durch unsere Landschaft streife überlege ich auch manchmal wie war das denn früher hier ...
    und deine Fotos sind immer wieder ein Traum aus einer anderen Welt...
    Schön das es dich gibt!

    Liebe Grüße
    Birgit

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  4. Hallo Ela,

    Dein Bericht hast du wieder sehr interessant geschrieben. Danke schoen.

    Liebe Gruesse aus NB

    Mecki

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  5. Liebe Ela
    schöne Bilder und ein sehr interessanter Bericht.
    Liebe Grüße Christa

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  6. Hi Ela, wieder so tolle Bilder, zum Algonquin haben wir es leider nie geschafft. Dicken Knuddler,
    Sue

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  7. Was eine schöne Gegend Ela! Danke für die Bilder + Texte- du beschreibst alles so prima
    Ganz liebe Grüße
    von elma

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  8. Hallo liebe Ela!
    Ist es nicht faszinierend, dass jemand solche Spuren hinterlassen hat? Das muss eine Plackerei gewesen sein damals. Allerdings wenn ich mir das Foto vom sozialen Leben der Damen anschaue..... sie machen einen recht entspannten Eindruck. Ich sollte mal diesen Freizeitpark besuchen. Zur Erholung :-)
    Liebe Grüße,
    Pia

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