Sonntag, 21. Februar 2016

Schnee, Eis, Sonne und Wind

Im Handumdrehen ist alles vorbei. Die Welt dreht sich weiter und raubt uns die Zeit. Umso wichtiger sind die schönen Momente, die man im Herzen behält. Eine Woche ist inzwischen vergangen, dass ich meine Lieben um mich hatte. Aber wie gesagt, es geht eben weiter. Jeder hat seine Verpflichtungen, die sich nicht einfach ignorieren lassen. Heute ein kleiner Bericht von der letzten Woche. Für ein paar Tage war es richtig Winter.
Samstag vor einer Woche, sind Sonja und ich nach London rein. Wir wollten so gerne zur RV-Show (Wohnwagenmesse). Als wir hier los sind, war es zwar sehr kalt und windig, doch die Sonne schien. Nach ca. 15Km kamen wie in die berüchtigte Wetterzone. Eigentlich war es sehr waghalsig weiter zu fahren. Schneesturm vom feinsten. Sicht manchmal knappe 15Mtr. Anstatt 40Min, dauerte die Fahrt 2Stunden. 
Endlich angekommen, hatten wir einiges zum Staunen. Campen ist in Nordamerika sehr, sehr groß… und so sind auch die meisten Camper. 
Ok, es gibt auch eine riesen Variation. Angefangen von den kleinsten Minicamper bis hin zu ½-Mio-$-Busse.
Mein Interesse ging mehr in Richtung Kleine Motorisierte Camper. Wollte einfach nur mal sehen, wie die so ausgestattet sind. Ok… es ist ja nur ein Traum, aber mehr kann ich mir eh nicht leisten. Trotzdem, diesen Traum habe ich auf der Show am Nagel gehängt… ja, ja, man ist da sehr eingeengt. Dann kommen noch weitere Nachteile hinzu wie, immer alles einpacken und absichern um die kleinsten Fahrten zu erledigen… da ist ein Camper zum abkuppeln doch viel Praktischer. Besonders, wenn man/frau vorhat darin zu wohnen… zumindest für ein paar Jahre oder so.

Ok, ich zeig euch wie diese riesen Dinger von innen aussehen… für mich hat das nicht mehr viel mit „I’m going camping“ zu tun, sondern eher mit „I’m taking my residence for a spin“! 
Aber, interessant ist es schon, bedenkt man, dass die Besitzer meistens ein Rentnerpaar ist. Also; wer braucht 4 Fernseher im und am Camper? Oder, ein Bad mit zwei Waschbecken? Eine angeschlossene Terrasse? 
Oder, doch mit eingebauter Garage die sich in ein zweites Wohnzimmer verwandeln lässt?
Als wir mit staunen fertig waren, rein- und raus klettern und eine Tüte mit jeder Menge an Prospekten unterm Arm zurück zum Auto gingen, schneite es in London immer noch. Ich musste raus um zwischendurch die gefrorenen Scheibenwischer vom Eis befreien.


Es dauerte nicht lange, als wir aus der Stadt waren in Richtung nachhause, war auch die Sonne wieder da.
Nur, der Wind blies den trockenen Schnee… und das ist zwar bescheuert, aber bei so einem Wetter denke ich immer an Paraguay.

Blauer Himmel, Sonnenschein und Staub… nur hier ist der Staub Weiß!
Auf der Motorhaube schmälzte das Eis nicht. 

Als wir zuhause ankamen, hieß es; „hier schien den ganzen Tag die Sonne.“
In dieser Nacht hatten wir durch den starken Wind -35º! Der Fluss war zugefroren.

Am Montagmorgen sind Sonja und Co. wieder zurück nach Cincinnati. Die plötzliche Leere und Stille ist für mich immer ein wenig schmerzlich. Aber, das Leben geht ja weiter!

Dienstag als ich zur Arbeit ging, sah es dort so aus…


…es war so kalt, dass sich sogar die Eiszapfen aufhängten!
Am Mittwoch sind wir zum Arzt und anschließend ein wenig in der Gegend herum gefahren. Kurt war drei Wochen nicht aus dem Haus.

Hier ein paar Bilder.




Am Donnerstag, wieder auf Arbeit.

Und auf dem Weg dorthin.


Donnerstagnachmittag und Freitag war ich kurz vor einen Nervenzusammenbruch!
Ich habe Wäsche gewaschen (die Maschine steht in der Küche), als ich es im Bad gluckern hörte.
Ach du Sch….! Das Wasser von der Waschmaschine lief nicht ab, sondern kam in der Toilette und Badewanne hoch. Doch es kam nicht allein… es brachte jede Menge an unschönen Bemerkungen mit sich!!! Dann schwappte auch noch die Toilette über und ich tat es fast auch!
Ich erreichte die Hausbesitzer, die wiederrum erreichten die Abpumpfirma, die wiederrum versprachen am nächsten Mittag (Freitag) hier zu sein.

Ja, ja… wir haben hier nicht nur den berühmten gelben „School Bus“, hier gibt es auch den „Stool Bus“… der die Klärgrube auspumpt. (Wenn ihr das Bild heranzoomt, könnt ihr den Slogan lesen.)
Pünktlich war der gute Mann hier, die volle Grube wurde ausgepumpt, wieder geschlossen und unter der nassen, matschigen Erde Schaufel nach Schaufel wieder versteckt.
So erleichtert und glücklich war ich… doch als ich im Bad nachsah, hat sich dort nichts bewegt. Alles war noch da und schwamm mir glücklich zuwinkend in der Badewanne. Das war der Moment wo ich nervlich fast durchdrehte. Gut dass meine Freundin mir letzte Woche zwei Zigaretten für den „Notfall“ da lies… oh ja! Eine davon (b)rauchte ich. Dann ging ich wieder zu dem Hausbesitzer rüber und wir versuchten es erst mit dem berühmten „Gummi-Knüppel“ – nichts.
Also, draußen wieder alles auf schaufeln und die Verstopfung ein für allemal zum Laufen bringen. Nach ein paar Stunden war es soweit, endlich „Rohr frei“! Mir kamen die Tränen vor Freude, ich konnte wieder Flüssigkeit zu mir nehmen, denn die Freiheit diese später zu entsorgen, war wieder da!
Gestern Samstag hatten wir Sonnenschein pur und das Thermometer kletterte auf +13º! Der Schnee ist total weg und heute springen die Chipmonks Charlie, Rotarsch und Co. im Garten um die Wette! Life is good!
Herzliche Grüße!

Kommentare:

  1. Als erstes ein Trösterchen für dich für dieses Flüssigkeitsdisaster! Das hat dich ja wirklich voll getroffen
    Danke für die Schneebilder--- es sieht ja traumhaft aus- aber zum Autofahren wirklich nicht geeignet!
    Diese Camper sind ja der Wahnsinn! solche habe ich noch nicht gesehen! Könnten hier im Rheingau garnicht fahren- wäre ja alles viel zu eng
    Ich schick dir ganz liebe Grüße und Wünsche- halt die Ohren steiff
    Elma

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  2. Oh weia, also da hätte ich einen Nervenzusammenbruch bekommen und mag ich mir nicht wirklich vorstellen^^ Hatte zuerst an eingefroren gedacht, aber das war ja noch schlimmer. Wie gut dass ihr es aber geschafft habt, nicht auszudenken was hätte noch alles passieren können ;-(((

    Bei den anderen Situationen hatte ich auch sogleich wieder Erinnerungen. Was habe ich damals gestaunt als ich den ersten riesigen Camper gesehen habe, und in 87 selbst mit einem umgebauten Van eine Tour von WPG zur Westküste gemacht habe ich das Campen in CDN lieben gelernt. Einfach herrlich die Campingplätze, selbst die nur ein Plumpsklo haben...so mitten in der Natur, die Tiere kommen bis an die Picknicktable, ein Traum. Allerdings so ne riesigen Dinger bräuchte ich nie. Das ist für mich schon kein wirkliches campen mehr und wenn man dann noch bedenkt damit z.B. in den Rockys oder im Black Forest fahren zu müssen...da musste ja auch gleich den Tankwagen hinterherfahren haben^^

    Toll schaut es auch mit dem Schnee, so wie ja auch hier momentan oben im Teidegebiet (heutiger Post mit Links zu Fotos), aber genauso schnell dürfte es dann wieder weg sein. Denke mal gestern die Sonne hat einiges schmelzen lassen.

    Jedenfalls haste tolle Aufnahmen gemacht und der eine Eiszapfen sieht echt aus wie ein Männeken am Galgen ;-)

    Wünsche dir noch einen tollen Wochenstart, viel Vergnügen mit Charly, Bambi und Co die bestimmt den Tag erheitern, und weiterhin alles Gute für dich.

    Take care♥

    AbraBesiSalu

    N☼va

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  3. Uh, das ist aber übel mit der KLärgrube... Gut, dass ihr letzten Endes doch die Rohre noch wieder frei bekommen hat. Gruselig...

    Der Schnee ist toll, so schön an zu sehen.

    Hier bricht schon Chaos aus, wenn 2 cm Schnee liegen, da wird hier nach Schulausfall und sonstigem gerufen. Was würden die alle nur machen, wenn hier so eine Menge Schnee herunter käme wie bei euch.


    Diese Camper sind der Wahnsinn. Wir haben auch schon mal gesagt, EIGENTLICH bräuchten wir wohl einen. Aber 1. zu teuer und 2. zu teuer.
    Und in der Größe, den wir den nun bald bräuchten, definitiv zu teuer *lach*

    LG und eine schöne Woche
    KaTe

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  4. Oh, liebe Ella da hast aber wirklich eine Zigarette gebraucht... Verstehe Dich sehr gut, wir selbst blieben bis heute davon verschont, jedoch meine Schwester kann da ebenfalls ein Lied singen.

    Danke übrigens für den netten Kommentar, darüber habe ich mich gefreut!

    So ein Campingurlaub mit viel Komfort ist durchaus reizvoll, finde ich!
    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  5. Liebe Ella
    Deine Bilder sind ja trotz allem Übel einfach toll. Ja bei uns sieht es auch nach Frühling aus .Ist aber bis jetzt die einzige Ecke von Deutschland. Wir hatten gestern fast 17 grad +.
    Liebe Grüße Christa

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  6. Liebste Ella,
    waren diese Tage das Abschlussgeschenk von Väterchen Frost? Ich hoffe, die warmen Temperaturen bleiben euch nun erhalten.
    Deine Bilder sind ganz toll geworden und am besten gefällt mir das Bild mit den aufgehängten Eisfingern.
    Dann noch die Schei..., mit den Wasser, Wahnsinn, was du ausgehalten hast. Ich wäre sicher durchgedreht.
    Übrigens das Wohnmobil.. einfach super so groß,sowas wäre was für uns.
    Noch eine schöne Woche und ganz liebe Grüße,
    Manuela

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  7. Liebe Ella (schöner Name :-)),
    danke, dass du mich auf dich und deinen Blog
    aufmerksam gemacht hast.
    Du führst ja ein sehr spannendes Leben.
    Deine Bilder sind toll. HAb ein wenig gestöbert. Die Vögelbilder (einige Posts zurück) sind wunderschön!
    Ich besuche dich sicher wieder.
    Ganz liebe Grüße aus Bayern
    Melanie

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  8. Liebe Ella,
    deine Schneebilder und besonders die Eiszapfenfotos sind toll! Hier in Niedersachsen sieht (und sah) es zum Glück nicht so aus. Ich bin jetzt ganz auf den Frühling eingestimmt. Allerdings haben wir auch noch keine Temperaturen im zweistelligen Plusbereich... Diese großen Camper finde ich schon recht interessant, wer viel unterwegs ist (als Rentner:o) ist dadurch schon sehr unabhängig. ich hätte bestimmt einen Nervenzusammenbruch bekommen, wenn in meinem Haus nicht nur das Wasser hochsteigen würde. Kann gut nachvollziehen, wie es dir da gehen mußte!
    LG kathinka

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