Heut ist wieder KH-Tag. Eigentlich sollte es Chemo-Tag sein, doch Kurt ging es nach der Letzten so saudreckig, dass er eine Pause braucht. Die Ärzte haben beschlossen, lieber eine Bluttransfusion zu unterziehen.
Diese Prozedur dauert auch länger. Gerechnet mit Fahrtzeit, Voruntersuchungen, Tests, Röntgen, Arztgespräch und Wartezeiten, kommen 11-12 Stunden zusammen. Obwohl ich ich nicht meckern sollte, denn als gesunder Mensch sitze ich immerhin auf der Sonnenseite des Flusses, sind solche Tage ermüdender als zu arbeiten.
Jetzt sitz-liege ich im Auto und obwohl ich sehr müde bin, kann ich auch kein Nickerchen machen. Die Fähigkeit tagsüber zu pennen, hat mir der liebe Gott leider nicht mit in der Wiege gelegt.
(Bin ja schon froh, wenn ich nachts schlafen kann.)
Zum lesen habe ich keine Lust... weis der Kuckuck warum, lesen tu ich nur ganz selten. Es macht auch kein Spaß, wenn man sich nicht konzentrieren kann.
Somit, tippe ich eben. Möchte auch gern wieder beim DND mitmachen, auch wenn ich heute mal nicht so einen schönen bunten "Friede-Freude-Eierkuchen in der Natur" Beitrag habe.
Mir ist wohl bekannt, das ein Leben in der Natur nicht nur wunderschön ist, doch man muss auch wissen, dass dort ganz andere Gesetze herrschen. So bin ich oft gezwungen, nicht nur ein Auge zuzudrücken... nein, ich muss die engsten Schuhe tragen, damit das letzte Hühnerauge auch fest zugedrückt ist.
Ok, so Kleinigkeiten wie Mäuschen im Haus... das ist nunmal so. Übrigens; meine Mausefalle hat übern Winter 12 Kerben eingeritzt bekommen... obwohl, ich muss gestehen... drei davon war glatter Selbstmord. Ja, wie würd ihr es nennen, wenn die Biester in der 150 Ltr Vogelfuttertonne springen und nicht mehr raus können?
Als ich sie weit draußen, guten Herzens und reinen Gewissens ihre Freiheit wieder schenkte, stürzten sich zack-zack die Blue Jays auf sie und flogen mit der frischen Beute davon. Immerhin... wer wünscht sich nicht einmal zu fliegen bevor er den Löffel abgibt!
Dann sind noch die Eichhörnchen... die Schweinepriester!
Ehrlich, manchmal bin ich fest davon überzeugt, sie existieren in unserem Garten und anliegenden Wald, nur um zwei Zwecke zu erfüllen; sich zu vermehren und um mich zu verarschen!
Morgens, nach dem Aufstehenden, gehe ich gern mit meinem Kaffee auf der Terrasse und im Garten. Man/Frau freut sich einfach Neues zu entdecken. Wie wächst es? Was blüht? Ihr kennt das ja. Nur, seit die Pflanzzeit anfing, ist meine tägliche Frage; was und wieviel ist zerstört?
Im vergangenen Herbst habe ich mühevoll Hostas ausgegraben, geteilt und an verschiedenen Stellen gepflanzt. Einfach wunderschön wie toll sie angegangen sind und welch tollen Anblick sie an Stellen schafften, wo Anderes nicht wuchs!
Bis die Rehmutter mit ihren Zwillingen sie entdeckte... jetzt sehen sie so aus!
Ich freue mich ja so sehr sie morgens mit ihre Bambis in unseren Garten zu sehen, aber hat das Biest nicht genug Futter im Wald? Ich hoffe das Luder kriegt richtig Durchfall von meine Hostas!
Doch die Krönung ist immer noch unser Waschbär.
Ich sage "unseren" weil er sich bei uns inzwischen sehr wohl fühlt und lässt gerne den Rambo raushängen.
Er versteckt sich auch nicht mehr in der Dunkelheit, sondern spaziert morgens oder spät nachmittags ums Haus herum.
Kurt meinte schon, er lässt ihn vom Freund abschießen. Ich protestierte gewaltig und schoss ihn nur mit der Kamera ab.
Insgeheim hatte ich auch schon einen Namen und trug schön brav Küchenabfälle im Wald.
Als dank hinterlässt er Verwüstung und dreckige Bemerkungen.
Ist doch alles ganz natürlich!
Neulich pflanzte ich mit den Pumuckl eine große Süßkartoffel die schon drohte am Küchenregal hochzuranken und bis Timbuktu zu wachsen. Als wir sie am nächsten Tag gießen wollten... weg! Hat sich total in Luft aufgelöst, oder im Bauch des Waschbären. Seither kommt er und grabt jede Nacht an der gleichen Stelle. Ist trotzdem nich schlimm... doch gestern Nacht ist er zu weit gegangen!
Heute ganz früh als ich aufgestanden bin, war ich über seine Dreistigkeit echt geschockt! Das Vogelhaus mit der Zaunkönigfamilie hat er aus den Baum gerissen, mit Gewalt das Dach aufgerissen und die Jungen gefressen!
Das hat mich wütend und sehr traurig gemacht.
Am liebsten hätte ich ihm zum Abschuss freigegeben.
Doch mir ist klar, es war unsere Entscheidung in der Natur zu ziehen und ihre Gesetze müssen wir respektieren.
Die Natur hat nicht nach uns geschrien.
Aus den oben beschriebenen Erfahrungen habe ich wieder was gelernt;
Es ist falsch trotz menschlicher überlegenen Intelligenz zu glauben, die Natur unterstützen zu müssen indem wir Vogelhäuser aufhängen, übern Sommer zufüttern, etc. Am besten hilft man die Natur, indem man sie in Ruhe lässt!
Das Leben ist sehr schön dort draußen und wir haben wahrhaftig sehr viel zu bewundern, doch ganz bestimmt nicht unsere Geranien, fleißige Lieschen und Rosen.
Jetzt wünsche ich euch noch ein schönes lesen und schauen bei Jutta's DND Projekt.

Demnächst berichte ich über unser Ausflug am Norden der Bruce Halbinsel. Es war wirklich sehr schön!
Herzliche Grüße und bis bald!