Montag, 1. Oktober 2012

Algonquin und seine Vergangenheit

Der „Booth Trail“ geht nicht nur durch einen stillen Wald und an Seen entlang, er geht auch ein wenig in die Geschichte von Algonquin.
In meinen letzten Post erwähnte ich schon, dass es hier nicht immer so still und erholsam war, wie es jetzt ist.
An den unteren Teil des Trichterförmigen Parks geht über 58 Km ein einziger Korridor, der Highway 60. Entlang dieses Korridors befinden sich die insgesamt neun Campingplätze des Parks.
Drei Resorts, Lodges (Teure und exklusive Unterkunft Möglichkeiten und Restaurants.)
Fünfzehn Wanderwege und so wie jeder andere Provincial Park, gibt es auch hier ein „Visitor Centre“. Hier findet man alle möglichen Informationen über den Park, kleine Veranstaltungen und Souvenirs.
Da es am zweiten Tag regnete, nahmen wir die Gelegenheit war, uns im Visitor Centre umzuschauen. Dort fand ich Quelle für Geschichten und Fotos.
Auf zum „old Railroad Booth Trail“.
Nach ein paar Kilometer Wanderweg, klettern über unzähligen herausstehenden Wurzeln und Felsen steht man stehe ich hier oben, genieße die Ruhe und die absolute Einsamkeit.
Ich schaue nach rechts, hinter der Bucht des Rock Lake befindet sich unser Campingplatz.

Ich schaue nach links, immer noch Lake Rock.

 Ich schaue vor mir in die Tiefe und bin stolz hier oben stehen zu dürfen.
Vielleicht liegt es an der Höhe, vielleicht liegt es an der Natur… oder, Beides… hier fühle ich mich in der Nähe des Schöpfers!
Mag sein dass Gott seine Mahlzeiten in Frankreich einnimmt, aber ich bin davon überzeugt, seine Siesta verbringt er hier!
 Wie soll man sich vorstellen können, dass es nicht immer so war? Und, ist die Umwelt inzwischen so sauber und gesund wie es aussieht, wie es sich anfühlt, wie sie duftet?
Kaum vorzustellen, dass all das was ich hier sehe, noch vor nicht zu langer Zeit mal kahl und trist war.
Abholzung und Waldbrände, haben sehr viel vernichtet.
Einst fanden die Jäger und Fallensteller eine satte Einkommensquelle hier im Algonquin. 
 Ich laufe hier durch den Wald und kann mir nicht vorstellen, dass hier mal Highlife war. Genau hier befanden sich ein Garten und ein Obstgarten. Insgesamt sind noch 270 unterschiedliche Alien-Pflanzen die aus eine anderen Welt hergebracht wurden. Weiter drüben war eine große Farm, hier grasten Rinder, Land wurde bestellt und sogar ein Tennisplatz ist zwar verwachsen, aber noch erkennbar.
 Mitten im Wald Spuren eines Fundaments, die Residenz des Richters Barclay die noch bis zum Jahre 1953 bewohnt war.
Richter Barclay war ein Verwandter von J.R. Booth, zu seiner Zeit, Kanadas mächtigster Holz (Lumber) Baron. 
 Barclay’s ehemalige Bootsanlegestelle vor seiner Villa.
 Dieser Trail hier, geht auch ein Stück entlang der alten Eisenbahn Linie.
Hin und wieder entdeckt man Spuren dieser Linie, alte Balken die einst die Schienen trugen.



 Was, hier eine Eisenbahnlinie? Nein, nicht irgendeine, ich stehe genau da, wo einst die verkehrsreichste Bahn Canadas durchsauste. 1890 wurde durch Antrieb unter Aufsicht des Lumber Barons J. R. Booth die Linie von Ottawa bis zur Georgian Bay gebaut.
Alleine die Vorstellung was es an Arbeitsschweiß kostete, Felsen mit Dynamit zu zermahlen um diese Linie zu konstruieren… enorm!
Vorzustellen wie viele Lokomotiven hier im Einsatz waren um von einen regen Bahnverkehr im 20Minutentakt Holz zum Westen brachte und von dort Getreide zurückbrachte, ist kaum möglich.
J.R. Booth beschäftigte allein für seine Sägewerke 4000 Mann, weitere 2000 als Holzfäller und natürlich unzählige Angestellte die als kleine Rädchen mitverantwortlich für das sich Drehen der großen Räder waren. 

Der Höhepunkt dieser Zeit war während des ersten Weltkrieges.
 J.R. Booth (Foto unten) sein Holzimperium wurde zu seiner Zeit als weltweit das größte Ein Mann Unternehmen bezeichnet. 
 Das alles hier? Kaum nachvollziehbar.
Doch schaut man richtig hin,  stehen auch nicht mehr solche mächtige Bäume wie damals (Bild unten, Mitte).
Heute ist es eher ein Junger Wald.
 Das soziale Leben hier oben, lies in keinster Weise was missen. Hotels, nobel Restaurants und Freizeitbeschäftigungen, alles da!

Heute, ein Freizeitpark nur zur Erholung und um sich zu erholen!
……………….
Demnächst, „Auf die Spuren des alten Sägewerks“
Herzliche Grüße!

Dienstag, 25. September 2012

Campen in Algonquin Park


 Es war eine notwendige Abwechslung, die „Schnecke“, die in diesem Sommer fast umsonst im Garten stand, fürs Campen vorzubereiten und ab in die Wildnis!
Wir sind am Samstag den 15. Losgefahren und haben ein Zwischenstopp mit einer Übernachtung bei Freunden nördlich von Toronto eingelegt.
Hier nochmals unser herzlichster Dank für Erika und Reinholds Gastfreundschaft.

Reinhold wurde als junger Kerl vor ca. 30 Jahren von Kurt als bayerischer Metzger angeworben und arbeitete in derselben Firma wie er. Später machten sich Reinhold und seine Frau Erika selbstständig und haben sich mittlerweile eine lukrative und sehr erfolgreiche Existenz aufgebaut. Seine Fleischverarbeitungsfirma beliefert nicht nur Restaurants und Hotels der gehobenen Klasse in Kanada, sondern auch bis hin nach Städte wie New York.
Jetzt glaubt bloß nicht, dass eine Existenz aufbau hier so einfach wäre. Klar sind hier die Möglichkeiten wirklich noch fast unbegrenzt, aber nur in Verbindung mit Disziplin und sehr harter Arbeit. So haben auch Erika und Reinhold gearbeitet wie zwei Ackergäule und tun es immer noch!
Wir hatten auf jeden Fall einen wunderschönen Abend und eine sehr lange Nacht.
So viel Wein wie ich an diesem Abend mit Erika getrunken habe, habe ich das ganze Jahr noch nicht.
Am Sonntag ging es dann weiter zum Park.
Heute zeige ich euch nur ein paar Bilder… ein paar Schnappschüsse aus dem Auto, erst vom Highway durch den Park, dann durch den restlichen 8Km Weg bis zum Campingplatz.














Darf ich vorstellen; „Ossi“ und „Wessi“!
"Ossi" der kleine Chipmonk lebte unterirdisch auf der östlichen Seite des Weges, überhaupt nicht scheu und frist mir aus der Hand! Mein Gott, kann leider nicht behaupten, dass mir das oft passiert. ..
... und "Wessi" das Eichhörnchen im Baum auf der westlichen Seite des Weges. Diese Abgrenzung mussten beide respektieren, überschritt einer seine Grenzen und betrat fremdes Revier, war das Palaver groß und die Verfolgung begann. Unsere Schnecke genau dazwischen!


Was ich sonst noch an Tiere fotographisch abgeschossen habe, wo ich gewandert bin und was es so über den Park zu berichten gibt… kommt alles in den nächsten Ausgaben!
Ganz liebe Grüße und bis bald!

Sonntag, 2. September 2012

Untergetaucht...

…wieder aufgetaucht!
Hatte in letzter Zeit sowas wie „U-Boot-Syndrom“;
Lucke zu und die Oberfläche verlassen.
Es war aber auch einiges los und irgendwann war ich einfach nur kaputt. Ach, was sehne ich mich nach ein paar Tage vollkommene Ruhe. Eine Woche allein irgendwo im Wald, niemanden sehen, mit niemanden reden. Kein Lärm, keine Verpflichtungen… ein Traum!
Natürlich war in den letzten Wochen nicht alles mit Stress verbunden. Es waren auch ein paar schöne Tage dabei und wie immer, werde ich diese Momente mit euch teilen.
Heute schreibe ich über den kurzen Besuch von Sonja und Family… und ja, ihr ahnt es schon; der Pumuckl war auch dabei und wo der Pumuckl ist, ist immer was los!
Der Begriff „Gefahr“ ist in sein Gehirn anscheinend nie einprogrammiert worden und verweigert strickt jeden Versuch es nachzuholen, sei es durch Lehre oder Erfahrung. Einzige Möglichkeit; ständig hinterher rennen.
Schrammen, Hemmatomen, gebrochene Fingerknochen… trotzdem immer ein sonniges Gemüt und das ganze Gesicht lacht! (Ausgenommen die vielen Momente wenn er seinen Zorn hat.)
Sonja mit den Jungs und ihre Freundin Ally mit ihren zwei Kindern waren Anfang August hier in der Nähe zum Campen. Wir haben ihnen die Schnecke zur Verfügung gestellt.
Ally war nur vier Tage hier, Sonja eine Woche. Als Ally zurück ist, kam auch Scott (Sonjas Mann) hinzu.
Am Samstag die erste Nacht, waren alle hier bei uns. Am Sonntag habe ich die Schnecke zum Platz gefahren und aufgebaut. Da wir auch noch ein großes Zelt dabei hatten, blieb ich die Nacht dort und bin Montag früh direkt zur Arbeit.
Abends, nach dem Essen sind wir noch alle zum Strand. Es war ein wenig windig und der See schlug ordentlich Wellen. Wir hatten auch nicht vor zu baden. Doch was interessiert das den Pumuckl! Er rennt einfach im See!  (Hier im orangen T-shirt) 
Ich hatte „Aufpassschicht“ und da er nicht halt macht wenn er bis zur Knie im Wasser ist, auch nicht wenn schon bis zum Bauch, oder bis zum Hals… es lustig findet wenn die Wellen ihn untertauchen und wieder hoch schleuderten… musste ich mit samt Klamotten hinterher! War ja nicht schlimm… es war warm und brauchte die gleichen Kleider nur am nächsten Tag zum arbeiten… aber das kleine Frettchen immer und immer wieder ins Flache zurück zu scheuchen, war schon anstrengend. Man kann ihn eben keine Sekunde allein lassen. Ich meine, wir haben wirklich schon alles mit ihm erlebt; von in letzter Sekunde aus dem Wasser zu ziehen, bis hin zu aus dem ins  Lagerfeuer gefallen zu retten. Ehrlich!
Zwei Wochen bevor sie hergekommen sind, hatte er Zuhause auch einen „autsch-tut-das-weh-Unfall“.
Er muss ja überall hochklettern um das zu bekommen, was Andere ganz weit oben… am obersten… von ihm fernhalten wollen.
So auch an dem Tag im Zimmer seines Bruders. Seine Cousine war da zum spielen, die ganz erschrocken zu Sonja runter kam um ihr mitzuteilen dass Finn seinen „Wiener“ abgebrochen hätte. Sonja zusätzlich vom Pumuckl‘s schreie alarmiert raste hoch und wow… sein kleines Teilchen war total gequetscht, wurde auch sofort total Blau und schwoll auf dreifacher seiner kleinen Größe an, aber nicht „abgebrochen“ wie von seiner Cousine im Schock fälschlich diagnostiziert.
Wie konnte das passieren? Er öffnete alle Schubladen von Jakes Kommode die im Wandschrank steht und kletterte von Schublade zu Schublade hoch um ganz oben im Schrank was zu stibitzen. Pech nur, dass er die Angewohnheit hat, sich ständig nackig auszuziehen und im ungeschütztem Adamskostüm rumzurennen. Irgendwie klemmte er bei diesem Manöver seinen „Wiener“ in die Schublade.
Sonja ging gleich zum Arzt mit ihm (wo der Pumuckl in der Notaufnahme schon sowas wie ein Ehrenmitglied ist), doch alles was sie machen konnte war Geduld haben.
Zwei Wochen später als sie hier waren, war das Teilchen immer noch ein wenig Bunt, aber wieder gut erholt und funktionsfähig.
Mittwochabend am Campingplatz; Ally war wieder in Cincinnati. Scott ist aus Cincinnati angekommen. Meine Nachbarin, ihr kleiner Sohn, der schon seit ein paar Jahren Jakes Freund ist und ich, sind auch zum Campingplatz. So hatte ich mit noch zwei Nächte und einen Tag mit denen am See.

 Am Donnerstag wollte Sonja und Anhang Kanu fahren… ich wollte erst nicht mit. Ich muss euch ja nicht erklären, dass ich vor sowas eine Menge Schiss habe. Doch es fehlte ein Erwachsener zum paddeln. Ich ließ mich breitschlagen und bin mit… „ist ja nur auf dem Fluss und nicht auf dem See…“ „tragen ja eh alle eine Schwimmweste…“ „das Wasser ist ja auch nicht soooo tief…“ mit solchen positiven Gedanken habe ich mich geistig fürs Kanuun aufgewärmt.
Sonja, Scott und der Pumuckl in einem Kanu…

 Lori, ihr Sohn, Jake und ich im zweiten Kanu.
Ach, war doch eigentlich ganz herrlich! Das Gejammer vom kleinen Nachbarsjungen; „wie lange müssen wir noch?“ „Werden wir kentern?“ „Werden wir untergehen?“ „Werden wir ertrinken?“  „Wann fahren wir zurück?“ „…und, und, und…“, habe ich einfach überhört.
Ja, es war wirklich schön!
Als wir dann so die Hälfte der Zeit abgepaddelt und umgekehrt sind, ist es passiert!
Sonja ist eine ausgezeichnete Kanu und Kajak Fahrerin, doch Scot in diesem Gebiet unerfahren, hat sich wenig an ihre Anweisungen gehalten bis deren Kanu gekentert ist.
Oh mein Gott! Kanu umgedreht und am sinken.
Sonja wieder aufgetaucht!
Scot wieder aufgetaucht!
Pumuckl weg!
Geschrei, Geplansche, Manöver um das Kanu zu wenden… ich habe in Panik meine Trillerpfeife geblasen und geblasen… ein anderes Kanu mit einem jungen Pärchen eilten herbei… Pumuckl war unterm Kanu weiterhin verschwunden… Sonjas Rucksack ist aufgetaucht und wir nahmen ihn in unserem Kanu. Endlich konnte das Kanu umgedreht werden… und siehe da, der Pumuckl hielt sich noch instinktive an der Stang fest. Ich nahm ihn sofort rüber in unserem Kanu. Er war natürlich ein wenig geschockt und total durchnässt. Doch am schlimmsten war für ihn der Gedanke an dem, was die Fische hätten tun können. „The fishy bite my wiener two times“ wiederholte er immer und immer wieder… das alles weil; einen Tag davor, waren sie alle am Ufer vom Fluss und Finn zog in Windeseile seine Kleider aus und sprang im Fluss. Sonja musste ihn retten wollte aber nicht voll gekleidet ins Wasser, sagte sie zu ihm: „Wenn du nackig im Fluss gehst, beißen die Fische deinen Wiener!“ Es wirkte und er war wie von der Tarantel gescheucht aus dem Wasser! Dass es schon am nächsten Tag nicht so gut ankommt, konnte Sonja nicht ahnen. Bis heute erzählt er noch von den Fischi, die  angeblich zweimal seinen „Wiener“ gebissen haben…
Eines ist sicher; er wird nie wieder ohne Hose ins Wasser gehen!
Alle Handtücher und was sonst noch im Rucksack und Taschen war, Kamera, Portmonee, etc.,  war nass. Doch es war sehr heiß und somit weiter nicht schlimm in nassen Klamotten zu sitzen und nachdem endlich das Kanu aus dem Wasser gezogen und gewendet wurde, paddelten wir zurück.
Zurück zur Schnecke einmal umziehen und dann zum Eisstand… wir hatten eine Belohnung verdient! 
 Der Pumuckl war wieder ganz der Alte. Als wir am Eisstand in der Warteschlange standen, war er ruck zuck beim Fahrradverleih, hat sich vom Regal eines Helms bedient und sofort draußen auf eines der stehen Fahrräder… das alles in Sekundenschnelle.
Beruhigend und erholsam ist da der Gedanke, wie einfach der Jake im Vergleich zu handhaben ist.
Liebe Grüße!

Freitag, 10. August 2012

"Schiefgelaufen"

Heute geht mein Stohwittwendasein zu Ende und ich frag mich wo die Zeit wohl geblieben ist. Ihr fragt euch eher, was hat sie alles in den 17 Tagen gemacht.
Eigentlich habe ich mich mit Dinge beschäftigt, womit ich mich eigentlich nicht beschäftigen wollte, bzw., unangenehm aber notwendig. Es gab auch ein paar schöne und zufriedenstellende Momente.
Am Tag als Kurt abflog, wurde mein Zahn gezogen. Das war eigentlich körperlich gesehen, nicht schlimm. Die Tatsache, dass ich durch diesen ... Hund die gesamte Brücke mit fünf Zähnen verlor, macht mir zu schaffen. Das war wohl auch der Grund, warum ich im Auto auf den Heimweg in Tränen ausgebrochen bin.
Bin aber nicht von Süppchen- und Brei- Ernährung abhängig… der Zahndoc hat mit ein Provisorium mitgegeben… das Teil ist weniger zum beißen gedacht, eher zum schaukeln. Oder, glaube ich das nur weil ich mir schon immer einen Schaukelstuhl gewünscht habe? 
(Klein fängt man anJ)
Außer jeden Tag zur Arbeit, habe ich weitere lästige Aufgaben erledigt, wie z.B. Teppiche schrubben, Polstermöbel schamponieren, Küchenschränke ausgemistet und geputzt, die weit her geholten (geklauten) Gehwegsteine eingebettet und Gras gesät (es sieht super aus), jede Menge Unkraut aus dem Gemüsegarten gerupft, (das Zeug wächst hier wie im Treibhaus)...

 Blumen gepflanzt um sie am nächsten Tag ausgegraben neben das Loch zu finden. (Sch… Waschbären, Stinktiere, Eichhörnchen und Co.!),
 dann wurde noch Kurts Kater krank und ich musste erst zum Notdienst mit ihm, dann zu seinem Tierarzt. Er musste in der Klinik bleiben und künstlich ernährt werden… dann wieder abholen und weiterhin zum fressen (zwingen) ermuntern… es lief echt Bunt in den 2½ Wochen.
Da war es eine echte „Seelen recovery“ mit meiner Freundin kurz rüber nach USA ein wenig shoppen.
Ich habe nicht viel gekauft, aber ein paar super leichte Fähnchen für meinen Urlaub nach S-Amerika.
Der vergangene Montag war hier in der Provinz ein Feiertag. Hier werden die (Feste) Feiertage nicht gefeiert wie sie fallen… sie werden immer auf den nahsten Montag geschoben. Außer Weihnachten und Neujahr natürlich. Diese Idee finde ich sehr gut, man hat immer ein langes Wochenende.
Hatte ich in diesem Sinne aber nicht, doch am Montagnachmittag waren dann meine Freundin und ihr Mann hier.
Hier wird im Sommer (das Wetter ist ja immer zu ideal dafür) gegrillt. „Corn on the cob“ gehört traditionell dazu.
 Doch ich habe die schönen mir zur Verfügung stehenden Maiskolben zu einer leckeren Chipá-guazú (paraguayisch) verwandelt. Meine Güte war das lecker und die Kanadier begeistert! Dann machte ich den Fehler und bot meiner Freundin eine Caipirinha an… jetzt muss ich ihr unbedingt eine Flasche "Aguardente de Cana" aus Brasilien mitbringen!
Es war ein wunderschöner Nachmittag und Abend!
 Am Dienstag war mein erster „woanders-arbeiten-Tag“ frei. Ich entschloss mich, das zu tun was ich am liebsten mache und schon seit vielen Monaten nicht mehr dazu gekommen bin; Wandern!
Meine Wanderschuh, Hüftrucksack fürs Nötigste, Mütze, Stöcke und los ging‘s.
Ich entschloss mich für den Komoka Provincial Park ganz in der Nähe, außerhalb London am Ufer von der Themse. Ich bin nicht ga-ga… Auch hier in Kanada gibt es ein London… und wenn durch ein London ein Fluss fließt, muss der ja wohl „Thames“ heißen!
 Ach du liebes Bisschen, war ich entusiasmiertmäßig aufgeregt! Ich vergaß sogar die Stöcke im Auto!
An diese Stelle hier, war vor 13.000 Jahre (ich war nicht dabei) das große glasier Delta zum Erie See.
 Es ging wieder über Stock, Wurzeln und Steine, immer höher denn das Flussbett liegt sehr tief.
 Eine herrliche Aussicht!
 Als ich so darum lief, genoss und fotografierte,  mein Akku frischen Saft tankte, nette Menschen, viele Hunde und „Möchtegernhunde“ (die Sorte auf die schneller draufgetreten ist als gesehen sind), begegnet bin, schaltete sich plötzlich das nicht zu vermeidende Alarm zu müssen ein! Das ist dann immer so ein Moment wo ich die Männer sowas von beneide, bzw. ich frage; „lieber Gott, ist dir dazu wirklich nichts Besseres eingefallen?“ Ok, auf den Camino musste ich auch wenn ich musste, aber das ist hier nicht der Camino und das hier ist Kanada.
Vielleicht ist es dann der zunehmende Druck auf der Blase, aber dann fängt immer meine Phantasie an sich das alles Bildlich vorzustellen was in meinem Körper dabei abgeht.
Besonders der Unterschied zwischen Mann und 
Frau und ohne Klo in absehbarer Reichweite.
Alarm beim Mann:
Kleine Zelle von Blase jagt hoch zum Hirn und schreit „Pulleralarm!“
Verwaltungszelle im Hirn nimmt es war, legt Zeitung beiseite, gibt Information an drei Zellen weiter. Die Erste ist fürs wahrnehmen des ersten Baumes zuständig. Die Zweite fürs öffnen und Schließen  des Hosenladens und die Dritte fürs Ech…mmm.
Fall erledigt!
Alarm bei einer Frau:
Kleine Zelle von Blase jagt hoch zum Hirn und schreit „Pipialarm“!
Verwaltungsstelle im Hirn schmeißt ihre gegenwärtige Arbeit hin und Schreit die Meldung den Hirnflur hinunter. Sofort öffnen sich unzählige Hirn-Office-Türchen und die unterschiedlichsten Bereichzuständigkeitszellen  irren schreiend wie aufgescheuchte Hühner im Stall herum.
Zellen die die für das richtige Örtchen zuständig sind. 
Für die geeignete Sichtsicherheit. 
Es wird diskutiert und wieder diskutiert!
Dann kommt die Alarmzelle von der Blase wieder hochgerannt und kündigt verstärktem Druck in der Unteretage!
Während dessen wird in der Scheffzellenetage kräftig weiter debattiert. Inzwischen wurden viele weitere Zellen zur besseren Koordination herbeigerufen.
Baum zu dünn… Gebüsch zu undicht… Jogger in Sicht… Hund kläfft… gefährlicher Abhang…
Die Sinneszellen werden zu besonderen Scharfsinn ermahnt…
Nicht nur Minuten, auch weiter hunderte Meter verstreichen.
Fast außer Atem erreicht die Blasenalarmzelle zum wiederholtesten Mal die Headoffice und kündigt ein bald nicht mehr aufzuhaltender Dammbruch an!
Es wird knapp!
Entscheidungszellen müssen sich entscheiden und Befehle weitergeben! Jetzt oder nie!
Angstzellen beordern Schweißzellen zum Ausbruch!
Alles muss ganz schnell gehen… alle Zellen können nicht gleichzeitig, es herrscht eh schon Chaos… Hose runter, Slip runter, die wackeligen Knie beugen, Augen, Ohren und weitere Antennen ausfahren!
Dann AUA… was soll denn das? Ok, sie sehen aus wie Brennnessel sie brennen wie Brennnessel aber das kann doch nicht sein, Kurt hat mir damals gesagt, es gibt keine Brennnessel in Kanada!
Dann die Erlösung! Was für ein Gefühl! Endlich geschafft!
Wenn es dann bloß nicht (im wahrsten Sinne des Wortes) was „schiefgelaufen“ währe!
Oh Gott! Das kann doch nicht wahr sein! Die „Hose-weitgenug-runterziehen-Zuständichkeitszelle“ hat geschlampt! (Das gibt eine Abmahnung!)
Alle Zellen zuständig fürs Wahrnehmen sämtliche menschliche Wesen die hinter mir sind und mich einholen, mussten eine Sonderschicht einlegen. So konnten die „Ela, dreh-deinen-Rücken-schnell-zum-Wald und grüße-freundlich-Zellen“ rechtzeitig agieren.
Mir wurde dann alles zu dumm, ich beschloss runter zum Ufer der Themse, meine mitgebrachte Chipá-Guazú zu genießen und meinen überaktiven Zellen einen Kurzurlaub zu gönnen!


Ein schönes Wochenende und liebe Grüße!

Dienstag, 7. August 2012

Ausgefischt!

Ich wundere mich, warum die Schubbkarre im Schuppen in letzter Zeit immer wieder so verschissen ist...
 ...da haben die Schwalben schon wieder ein Nest gebaut und brüten ihre Aliens aus!
Kurt seine an der Decke ordentlich aufgehängte Angel, 
ist vorerst einbetoniert.
Liebe Grüße!