Freitag, 11. November 2011

November Impfung

Kaffeschlürfend und in aller Herrgottsfrüh, pfiff ich meine „Sorella“ zum Hochladen an. Bis zur Arbeit war noch Zeit und ich schaute in einem Blog.  Begrüßt wurde ich von einem „November Gedicht“. Nichts für ungut, liebe Bloggerin, ich bewundere immer was du schreibst, doch das war mir zu düster. Das arme Monatstiefkind November! Jeder hackt auf ihm herum… ok, ich gib zu, es gibt wirklich schönere Zeiten im Jahr… Ich wollte Abhilfe schaffen und entschloss mich früher zur Arbeit zu gehen, und zwar in einer Sondermission zu Eurem (Ich meine die Leser in Europa) Wohle; Mit meiner kleinen Kamera bewaffnet, auf der Suche nach einer „November Impfung“!
Erst wollte ich einmal um den Block, aber das ist Schwachsinn. Hier in SW Ontario sind unsere Blocks Rechtecken: 1½Km x 2½Km = 8Km. Na hier im Dorf gibt es auch die eine oder andere Querstraße, aber kaum bin ich in Einer eingebogen, bin ich auch schon wieder draußen.
Wie schön, dass wir unsere Conservation Area haben, direkt angrenzend (hinter) meiner Arbeitsstelle.
Es ist auch die einzige kleine Anwohnerstraße die bei weitem nicht kurvig ist, aber sie ist immerhin nicht kerzengerade. Das bedeutet ein Schild muss her! Wenn auch sonst Kannada nicht gerade verschwenderisch mit Verkehrsschilder ist. Das hab ich extra deutlich beschrieben, denn Nichtortskundige  könnten bei betrachten des Fotos auf die Idee kommen, hier ist schlangenlaufen erlaubt… na dann; Prost!
 Genau hier bin ich entlanggelaufen. Links Häuser, rechts der Park.
Erst wollt ich mal sehen, was es so in der Nachbarschaft an sehenswertes gibt. Da fiel mir der geschmückte Weihnachtsbaum auf und im Hintergrund hat der Laubbaum seine Blätter noch nicht ganz abgeschüttelt.
 Diese Briefkästen fand ich originell.
 Ein neues Haus (Blockhütte) ist hinzugekommen. Nicht so mein Geschmack, trotzdem hat es auch was.
 Eine nette Begrüßung.
 Dieser Vogel überwintert locker, die Echten ziehen wieder im Frühjahr ein.
 Hab ich schon erwähnt, was das schönste hier in Kanada ist? Der blaue Himmel! Ok… schon 129 ½ Mal…
 Jetzt bin ich genau hier, es geht weiter durch den Park. Auf dem Schild könnt ihr sehen, was hier so alles gibt.
 Der See in voller Morgenstimmung.

 Der See dient auch als Fluglandeplatz für die kanadischen Wildgänse (Plage).

 Einen Blick zu einem kleinen Stück des Parks.

 Leuchtende Farben sind in November kleine Seelenwärmer.

Farbtupfer überall.
 Übrigens; dieses Erholungsgebiet wir von den Einwohnern hier betreut und gepflegt. Es wird viel gestiftet und geholfen. Im Frühjahr werden alle an einem Tag zusammengetrommelt und jeder bekommt Arbeit zugeteilt.
In diesem Jahr habe ich geschwänzt… war ja auf meinen Camino. Doch im letzten Jahr habe ich jede einzelne 8Zoll Schraube in diese Bretter vor der Brücke eigenhändig und erfolgreich vertieft.
 Auf der anderen Seite geht der Trail meist am Bach endlang.

 Wind kam auf, es wurde zunehmender bewölkt.


 Doch für ein paar Fotos reichte es noch.


 

 Ich entdeckte ein paar Übrigbleibsel von einer wunderschönen Idee, die damals auf Kurts Mist gewachsen ist.
Es wurde aufgerufen, das Klein, Groß und Alt was für die Waldbibliothek oder so ähnlich, aufschreiben solle. So kamen kleine Geschichten, Gedichte, etc. eingerahmt an den Bäumen für die Spaziergänger aufgehängt wurden.
Heute habe ich zwei gesichtet.
Ein Gedicht
 Und diese Geschichte. Als ich sie las, konnte ich den Zufall nicht glauben, wie passend für meinen Eintrag diese doch ist. Ich habe nicht an Mühe gespart um sie für Euch, nach meinen besten Wissen und Gewissen, zu übersetzen.  

 Ich habe das gestern bekommen, dachte es könnte dir gefallen.

Einstellung
Die 92 Jährige kleine, selbstsichere und stolze Dame, die jeden Morgen um acht Uhr schon voll gekleidet, modern frisiert und mit perfektem Make-up zu sehen ist, das obwohl sie fast blind ist, zog heute in einem betreutem Heim.
Ihr 70 Jähriger Ehemann ist kürzlich verstorben, was diesen Umzug nötig machte.
Nach einigen geduldigen Wartestunden im Empfang des Heimes, lächelte sie süß als man ihr bestätigte, ihr Zimmer sei bereit.
Als sie ihre Gehilfe zum Fahrstuhl manövrierte, versah ich sie mit einer visuellen Beschreibung ihre kleinen Zimmers, inbegriffen das Tuch, dass an ihrem Fenster hingehängt wurde.
„Ich liebe es.“ Bestätigte sie es mit der Begeisterung eines 8Jährigen Kindes, das gerade einen kleinen Hund bekam.
„Mrs. Jones, sie haben das Zimmer noch nicht gesehen… warten sie doch.“
„Das hat nichts damit zu tun.“ Bestimmte sie.
„Fröhlichkeit, ist etwas was du vor der Zeit des Geschehens entscheidest.“ Antwortete sie. Ob ich mein Zimmer mag oder nicht, hängt nicht davon ab wie die Möbel angeordnet sind, sondern wie ich meine Gedanken anordne.“
„Ich habe mich entschlossen es zu lieben…“
„Diese Entscheidung treffe ich jeden Morgen nach dem Aufwachen.“
„Ich habe die Wahl. Ich kann den Tag im Bett verbringen und alle Schwierigkeiten aufzählen, die ich mit den Körperteilen habe, die nicht mehr funktionieren. Oder, aus dem Bett gehen und dankbar sein über die, die es noch tun.“
„Jeder Tag ist ein Geschenk, und solange sich meine Augen öffnen, werde ich mich auf diesen Tag konzentrieren  und auf die glücklichen Erinnerungen die ich genau für diese Zeit im Leben aufbewahrt habe.“
Ein hohes Alter ist wie ein Bankkonto… Du entnimmst das was du eingezahlt hast. Mein Rat ist, viel Glückliches auf das Bankkonto der Erinnerungen einzahlen. Danke, für deinen Anteil meine Erinnerungsbank zu füllen, ich zahle weiterhin ein.“

       Merk dir 5 Regeln zum glücklich sein;
1. Befreie dein Herz vom Hass. 
2. Befreie deine Gedanken von Kummer.
3.       Lebe einfach.
4.       Gib mehr.
5.       Erwarte weniger.
Es war Zeit zur Arbeit zu gehen. Inzwischen war der Himmel von Wolken bezogen. Ich musste lächeln, denn was kümmern mich die Wolken wenn die Sonne in meinem Herzen scheint. Was kümmern mich die Wolken, wenn dahinter der Himmel blau ist. Ich habe gerade glückliche Erinnerungen auf mein Bankkonto fürs Leben eingezahlt!
Ps. Bei auftretenden Nebenwirkungen der „November Impfung“, empfehlt sich‘s lange Spaziergänge, viel Licht, Fotoalben betrachten, frisches Obst oder in meinem Blog lesen. Ich habe mir vorgenommen in den nächsten Wochen nur buntes und heiteres einzustellen!
Die allerliebsten grüße!

Montag, 7. November 2011

Viel zu früh...

…aber es tat gut! 
Es tat gut raus zu gehen und die kalte frische Luft einzuatmen.
Es tat gut die schrillen Lichter des Feuerwehrwagens als angenehmen zu endfinden.
Es tat gut, die Jungs der Feuerwehr aus Spaß lustig verkleidet und auf mich zukommen sehen, um mir ein paar Süßigkeit in der Hand  zu drücken.

 Jährlich, am 1. Novembersamstag, wird hier nicht nur die Uhr auf Winterzeit umgestellt, an diesem Abend gibt es hier in unseren ländlichen zwei Minidörfer auch die Christmas Parade.
 Wie ich, so finden viele, dass es sehr früh ist. Das liegt wohl daran, dass später so viele vorweihnachtliche Termine zusammen kommen.
Es ist auch nichts Besonders. Keine große Sache, aber die Kinder freuen sich. 
 Anschließend teilt unser Lions Club Hotdogs aus, sowie heiße Schokolade und heiße Apfelcidre.
Ich stand vorm Haus meiner Freundin, dort gab es Kaffee mit Baileys. Auch das tat so gut!
 Heute und morgen erwarten wir ca. 20 Grad Plus... dann schon Weihnachtslieder?
 Viel Kitsch und einfach nur Spaß...
 oder die eine oder andere Werbung. Hier für Snowmobile.
 Ein rollender Vergnügunspark.
 Die kleinen von unserer Schule haben auch mitgemacht.
 Viele Oldtimer bunt belichtet.
 Der zunehmende Mond stieg zwischen den Bäumen den Himmel hoch... könnte ein dekoriertes Ufo sein.
 Das finde ich besonders lobenswert und hier in Kanada immer präsent. 
Die Nächstenhilfe kommt nie zu kurz.
Ein Lieferwagen mit offenen Hecktüren. Viel legen eine Tüte mit haltbaren lebensmittel für die Foddbank rein. Andere geben kleine Geldspenden.
 Erwachsene empfinden es vielleicht ein wenig früh. Kinder nicht... doch zwischendurch, hört man fröhliche Rufe von den Kleinsten: 
"Happy Halloween"!
nicht
 "Merry Christmas"!
So zogen sie davon und der Alltag get weiter.
Morgen bekomme ich meine drei Stiche gezogen und am Mittwoch habe ich vor wieder zu arbeiten. 
Auch Kurt geht es wieder besser, gestern war er schon wieder alleine weggefahren.
Ganz liebe Grüße und ein gute Woche!

Samstag, 5. November 2011

Es ist so traurig

Unsere Inge von „Heidegeist“ ist plötzlich von uns gegangen.


Liebe Inge,
du bist friedlich eingeschlafen, wir werden dich sehr vermissen.
Eine große Lücke hinterlässt du auf dieser Erde, doch in unseren Herzen wirst du weiterleben.
Danke, dass ich dich kennenlernen durfte, danke für die wunderbaren gemeinsam verbrachten Stunden, danke für die Freude, die du uns schenktest.
Wir werden dich nie vergessen!

Freitag, 4. November 2011

Monsterchen...

…wir haben einen Monsterbaum und die Kleinen sind rechtzeitig zu Halloween geschlüpft!
Könnt ihr euch erinnern? Im Sommer zeigte ich Bilder von den komischen Teilen an unserem Magnolienbaum.
Habe sowas noch nie gesehen, denn seit ich hier bin, ist es das erste Mal, dass sich Samen nach der Blüte bilden. Vielleicht lag es daran, dass in den letzten zwei Jahren, die Blüten mit Spätfrost überrascht wurden.
Ich meine, sind die nicht niedlich mit ihren großen halboffenen Augen?
Manche so richtig zum streicheln und kuscheln.
Übrigens; ich habe Jubiläum…
Drei Jahre Kanada!
Juhu!!!
Liebe Grüße und ein super Wochenende!









Mittwoch, 2. November 2011

Mit dem Schrecken davongekommen!

Nachdem ich gestern Nacht (Dienstag) nach meiner kleinen OP, mit Hilfe einer Tablette und wie lange nicht mehr, wie ein Baby schlief… war ich heute früh recht früh wach. Mich zog es nur noch raus. Bin noch vor Sonnenaufgang los und kam erst nach 6Km zurück.
Es war kein spektakulärer Sonnenaufgang, eher ein schon fast übergewöhnlich gewöhnlich. Gestern hingegen, einfach herrlich und Nebelschwaden nicht nur bis Mittag sondern auch bis zum abwinken… doch leider hatte ich noch so vieles zu besorgen vor der OP, da konnte ich nicht raus und fotografieren. 

 Aber das war mir heute egal, frische Luft und einen klaren Kopf wollte ich. Doch damit dieser Post nicht ganz nackig bleibt, habe ich ein paar Mitbringsel von meinem Spaziergang heute früh.
 Zuviel Stress in letzter Zeit… doch wenn man meint gerade genug zu haben, bekommt man noch einen obendrauf!
Kurt sorgte für Aufregung am Sonntag und ich konnte endlich den kanadischen Notruf „911“ testen.
Ich werde jetzt nicht bei Adam und Eva, sondern nur grob und von vorn anfangen. Also, Kurt hat in letzter Zeit wieder mehr und mehr Malheur mit seine Knien und Fuß. Am Sonntagmorgen war es mal wieder besser. Er konnte ohne Stock gehen und ist dann wie jedem Sonntag ein paar Stunden weggefahren. Ich hatte noch viel zu tun, unter anderem beschäftigte ich mich mit aufbau, ausräumen und wieder abbauen der Schnecke, sowie diese winterfest zu machen.
Blumentöpfe und Kübel leeren, etc. etc.…
Als kurt so gegen 14.oo Uhr heimkam, sah ich vom Weiten her, dass er kaum laufen konnte und lange brauchte um ins Haus zu kommen. Mein Gedanke dazu war; mit den Knien ist es wieder schlimmer geworden.
Als ich rein bin, saß er stöhnend am Küchentisch und hielt seinen Kopf in den Händen, gestützt auf Ellenbogen. Auf meine Frage; „what’s wrong?“, kam nur ein „nothing“.
Ich bin wieder raus und nach ca. einer halben Stunde wieder rein, er saß immer noch so da. Ich fragte; „can I do anything for you"? seine Antwort; „no“!
Da ich ihn schon ein wenig kenne und weiss, wenn es ihm nicht gut geht, ist Ansprechen nicht erwünscht… es waren immerhin schon zwei Fragen zu viel, ich entschloss mich zu verziehen und bin nach oben.
Nach ungefähr 10 Minuten hörte ich es mächtig rumsen und knallen… ich ahnte Böses und rannte runter.
Da lag nicht nur die Bank, das kleine Schränkchen und alles was da und auf dem Tisch drauf war, am Boden zerstreut… nein, Kurt lag bewusstlos mittendrin! Verzeiht mir bitte, aber mein erster Gedanke war der Schlimmste.
Ich klatsche ihm auf die Wangen und rief ihm immer wieder an, doch er reagierte nicht. Ich suchte das Telefon, das auch irgendwo unterm Tisch lag und wählte die 911. Oh Gott, ich hatte noch nie irgendwann oder irgendwo einen Notfall. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich nie wieder über hysterische Weiber im Film die im Notfall durchdrehen, lästern werde!
Gut, am anderem Ende war auch ordnungsgemäß sofort einer dran und verband mich mit dem Rettungsdienst.
Ich erklärte die Situation, sie versprach einen Krankenwagen zu schicken, doch sie hatte noch jede Menge Fragen… ich glaube, ich konnte nicht einmal sagen wie alt Kurt ist… ich sollte ihn auf die Seitenlage hieven… das konnte ich nicht, Kurt ist viel zu schwer.
Kaum habe ich aufgelegt, ich schaute aus dem Fenster, da drehte ein Traktor mitten auf den Highway um und fuhr direkt auf unserm Grundstück. Ein junger Kerl in Arbeitsklamotten sprang runter und lief dem Haus zu. Ich dachte nur; was will denn der jetzt… ausgerechnet jetzt! Schon kam auch ein Pick-up und ein Bauer sprang raus. Auch in Arbeitsklamotten… Ok, es ist Herbst und hier kann zu dieser Jahreszeit nicht auf Sonntage Rücksicht genommen werden, die Arbeit geht vor… Auch der kam im Eilschritt auf dem Haus zu. Ich bin raus und bekam aber sofort ein paar Fachfragen gestellt, da hat es endlich bei mir klick gemacht. Die Jungs sind von der Feuerwehr!
So ergab es sich, dass Kurt zu sich kam und an der Sauerstoffflasche hing, die Küche voller Männer stand. Inzwischen blinkte auch der große Feuerwehr-Einsatzrettungswagen vor dem Haus und weitere vier oder sechs Fahrzeuge sind hinzugekommen.
Ich muss sagen, und deshalb schreibe ich auch hier darüber, die Kerle, ob mit Traktor oder Rettungswagen, (der eine junge Kerl hatte einen Riss in seiner Hose, man sah sein Bein von Unterhose bis Knie und als wir nach entspannter Lage, ihn darauf ansprachen, wurde er ganz rot.) sie haben alle meine vollste Hochachtung und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, wie professionell und liebevoll sie geholfen haben!
Erst dann kam der Krankenwagen, der musste ja auch von der nächsten Stadt kommen. Es waren zwei Notarztfrauen. Kurt ging es dann schon wieder besser. Er wurde sofort an den nötigen Geräten angeschlossen… alles im grünen Bereich! Doch die Doktoras, die Jungs von der Feuerwehr und meiner Wenigkeit, bestanden darauf, dass er ins Krankenhaus zu einem richtigen Check-up mitgeht. Kurt war erst dagegen, aber er hatte keine Chance.
Später als ich ins Krankenhaus bin, war er noch nicht drangekommen, es war sehr viel los, viel Notfälle und ihm ging’s ja wieder total gut. Er wurde immer ungeduldiger bis er letztendlich einfach das Krankenhaus verließ.
Vor dreieinhalb Jahren ist er schon mal am Flughafen umgekippt und erst wieder im Krankenhaus aufgewacht. Er wurde eine Woche lang untersucht und total durchgecheckt, doch ohne Befund.
Trotzdem, das ist schon eine Weile her und eine Diagnose kann sogar ich als Leihe stellen; Sturheit!
Hinterher konnten wir alle ein wenig lachen. Besonders über "die erste Hilfe kam mit dem Traktor"
 Gestern, Dienstag, war meine kleine OP
Ich hatte einen „Schnappfinger“, entstanden durch eine Verdickung der Beugesehne im rechten Ringfinger. Diese wiederrum gleitet durch ein sogenanntes Ringband-A1 am Fingergrundgelenk. Bei einer Verdickung oder Entzündung der Sehnen, behindert es das reibungslose Gleiten. Der Finger bleibt beim beugen so zu sagen hängen.
Operativ wurde bei mir Ringband-A1 durchtrennt.
Um bei der OP optimale Sichtbedingungen zu gewährleisten und damit das Verletzungsrisiko wichtiger Strukturen (Nerven, Blutgefäße, Sehnen) zu mindern, erfolgt die OP in Blutleere. Der zu operierende Arm wurde mir  mit einer Gummibinde ausgewickelt und für den Zeitraum der OP mit einer Druckmanschette abgebunden. Das war ein unangenehmes Gefühl. Vorsichtshalber fragte ich der Ärztin, wie lange könnte denn mein Arm so Blutleer bleiben ohne ein Risiko einzugehen? Sie meinte so 4 bis 6 Stunden. Da war ich nicht nur beruhigt, sie war auch schon fertig.
Eigentlich hatte ich nur Schiss vor der lokalen Betäubungsspritze, das sagte ich der guten Doktorin auch… sie antwortete nur trocken; „ich auch“ und schon piekte sie!
Es war wirklich nur ein kleiner Eingriff mit drei Stichen.
Heute habe ich einen auf „faulen Lenz“ gemacht und den ganzen Tag so richtig genossen, nur meine Erkältung, bzw. Bronchitis, macht noch nicht auf „faulen Lenz“.
Morgen (Donnerstag) habe ich genau das gleiche vor.
Mit einem lieben Gruß möchte ich mich für Eure Treue, besonders in den letzten Wochen, ganz herzlich bedanken. Obwohl ich keine Zeit hatte bei euch reinzuschauen, mailen oder anzurufen, hattet ihr immer Zeit für mich. Danke!

Freitag, 28. Oktober 2011

Jack ist gekommen!

Jack, wer?
Jack Frost!
Wieso eigentlich Jack?
Ach ja, das viel mir heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit so ein. Meine „Gott-hab-sie-Seelig-Ex-Schwiegermutter“ sagte das immer wenn es kalt wurde; „heute Nacht kommt bestimmt wieder Jack Frost und beißt mir in den Zehen“.  Aber ihr Mann hieß doch George… egal, ich muss immer daran denken, wenn ich Frost sehe oder Frost höre.
Da kann man mal sehen, was eine Schwiegermutter doch für einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Obwohl… in dieser Hinsicht, kann ich mich wirklich glücklich schätzen; 3 x geehelicht, doch nur einen Angetrauten verdanke ich eine „Schwiegermutter“.
Ich weich schon wieder vom Thema ab, obwohl ich es noch nicht einmal richtig begonnen habe.
Der erste Frost war da. 

 Gerade mal fallen die Blätter ab… wird’s auch schon kalt. Trotzdem sind noch sehr viele Bäume mit grünem Laub zu sehen. Die fallen aber übernacht ab, unter dem Motto  „Blattverlust im Eilverfahren ohne malerische Farbveränderung“.
Gestern wäre ich fast vom Hocker gefallen… G.s.D. stand ich, so konnte ich es verhindern. Also, ich hab euch doch erzählt, dass ich am 5. November an der Hand operiert werde. Ist zwar Samstag, hat mich aber weiter nicht stutzig gemacht, ist ja für Canada nichts Außergewöhnliches. Selbst die Banken haben samstags geöffnet. Hier im Lande ist es üblich, einen Bestätigungsanruf ein paar Tage vor einem Termin zu bekommen. Egal ob Arzttermin, Friseur, Versicherung, etc. Man bekommt einen Anruf um den Termin zu bestätigen. Ich bekam meinen gestern. Die Dame am Telefon bestätigte meinen OP-Termin am 1. November… ich ließ ihn mir nochmal und nochmal bestätigen, denn ich war mir sicher er ist erst am 5.! Das heißt, jetzt muss ich Einiges absagen und bis danne einen Zahn zulegen und ordentlich die Hufen schwingen!
Die Woche war ziemlich hart. Wie neulich schon geschrieben, fing ich eine neue Putzstelle an. (Hier wird man/frau für die Leistung/Arbeit bezahlt.) Daher verdiene ich $25,00 für die Stunde Putzen und $11,00 als Verkäuferin im Laden. Für mich ist eine Stunde eine Stunde, egal was ich mach. Außerdem, ist es hier nicht üblich einen Klassenunterschied draus zu machen. Am Montag sagte zur Arbeitsbeginn eine Chefin zu mir; „ich hab versucht ein wenig für dich vor zu putzen, damit du nicht zu viel hast“. Bei der Anderen sieht es vor meinem Putzen sauberer aus, als bei uns Zuhause nach dem putzen. Der neu hinzugekommene Haushalt wurde bisher vom inzwischen 72 Jährigen Ehemann erledigt. Sie ist sehr nett und eine Tausendsasserin, aber null Ahnung vom Haushalt. Sie selbst erzählte mir, als neulich ihr Mann auf der Leiter stand um den hohen Steinkamin abzusaugen, konnte sie par du nicht herausfinden, wie und wo der Staubsauger einzuschalten war.
So habe ich jetzt drei Haushalte 14-Tägich, einen Monatlichen und meine Zweieinhalb Tage der Woche im Laden. Alles schön verteilt und total flexibel. Im Laden bin ich voll angemeldet, zahle ca. 2,5% an Abgaben, was wiederrum für Anrechnungszeit der deutschen Altersrente angerechnet wird. Kann gleichzeitig und obwohl ich (wegen geringes Einkommen) keine Steuern Zahle, es am Jahresende gemeinsam mit der Steuerklärung meines Mannes geltend machen und bekomme noch was raus. Kleinvieh macht eben auch Mist!
Nach meiner Rückkehr aus USA, kam es zwangsläufig zum Arbeitsengpass. Das Ganze war scheinbar nichts Ganzes ohne eine nette kleine Erkältung. So richtig schön auf den Bronchen und an manchen Nächten durfte ich für 3 bis 4 Stunden Schlaf dankbar sein. Gestern war der Höhepunkt. Kaum geschlafen trat ich eine Arbeitsstelle an, zum Glück nur bis um 13.00 Uhr. Doch der Nachmittag war fürs Catering verplant. Erst hieß es 75Personen, dann 150Personen, dann 125Personen… Kurt ging es viel schlechter als mir, er konnte gerade noch den Einkauf erledigen. Das Endergebnis waren 8 große Platten, hauptsächlich mit belegte Brote und Brötchen, Käse, Gemüse und Obst. Ihr könnt mir glauben, da war einfach nicht dran zu denken, dass mir irgendwas weh tat. Durchgepowert bis um 18:30Uhr, geduscht und ins Bett gekippt.

Wie schön war es heute Früh zur Arbeit laufen. Sonnenschein und Frost, aber die kalte frische Luft tat gut. Eine etwas dickere Jacke war nötig sowie Handschuhe, doch auf einen Frisurenplattdrücker hab ich noch verzichtet.
Morgen (Samstag) muss hier im Hause wieder ordentlich reinegemacht werden, Wäsche, Topfpflanzen auslehren… das volle Programm eben. Dann hab ich noch einen Quilt für eine Kundin angefangen und versprochen, der wird dafür sorgen, dass ich am Sonntag nicht auf dumme Gedanken komme… Am Montag wieder arbeiten… Ja ja, so ist es nun mal, wenn man/frau viel unterwegs ist, bleibt auch viel liegen!
Könnt ihr euch vorstellen, dass ich mich sogar ein kglitzekleinesbisserl auf die OP freue? Das ist dann sowas wie „selbst erlaubtes Faulenzen durch höhere Gewalt“… und, sollte ich es gar nicht aushalten, dann hab ich ja noch eine gesunde linke Hand!
Servus, meine Lieben!
Ps, ich wünsch euch allen ein erholsames und ruhiges Wochenende!